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SiGe-Koordinator

Sie wissen danach, wann die Baustelle einen Koordinator braucht, was zu seinen Aufgaben gehört und wie er mit Bauleitung und Logistik zusammenarbeitet.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Pflicht

Der SiGe-Koordinator ist der Koordinator für Sicherheit und Gesundheitsschutz nach der Baustellenverordnung. Nach § 3 BaustellV muss der Bauherr einen oder mehrere geeignete Koordinatoren bestellen, wenn auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Das gilt schon, wenn zwei Firmen nacheinander oder gleichzeitig arbeiten.

Der Bauherr kann die Aufgabe selbst wahrnehmen, wenn er geeignet ist, oder einen Dritten damit beauftragen. Seine Verantwortung bleibt aber bestehen. Die Eignung wird in den Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen beschrieben, insbesondere in der RAB 30: baufachliche Kenntnisse, Arbeitsschutzkenntnisse, Koordinatorenkenntnisse und Berufserfahrung.

Aufgaben in Planung und Ausführung

PhaseAufgaben des Koordinators
PlanungArbeitsschutz in die Planung einbringen, etwa bei Bauabläufen, die gleichzeitig oder nacheinander laufen
PlanungSiGe-Plan erstellen oder erstellen lassen
PlanungUnterlage für spätere Arbeiten an der baulichen Anlage zusammenstellen
AusführungAnwendung der Arbeitsschutzgrundsätze koordinieren
AusführungZusammenarbeit der Arbeitgeber organisieren, gegenseitige Gefährdungen erkennen
AusführungSiGe-Plan bei Änderungen anpassen, Begehungen durchführen

Zusammenarbeit mit Bauleitung und Logistik

Der Koordinator ist kein Aufsichtsbeamter und auch nicht Bauleiter. Er weist keine Firmen an, sondern koordiniert. Die Verantwortung für den Arbeitsschutz der eigenen Leute bleibt bei jedem Arbeitgeber. In der Praxis arbeitet der Koordinator eng mit der Baulogistik zusammen, weil viele Gefährdungen aus Verkehrswegen, Kranbetrieb und Lagerflächen entstehen.

  • Verkehrswege für Fahrzeuge und Fußgänger im Baustelleneinrichtungsplan trennen.
  • Kranschwenkbereiche und Lagerflächen so legen, dass niemand unter Lasten arbeitet.
  • Gemeinsame Einrichtungen wie Gerüste, Absturzsicherungen und Beleuchtung klar zuordnen.
  • Neue Firmen vor Arbeitsbeginn einweisen, etwa über eine zentrale Einweisung.
  • Mängel aus Begehungen dokumentieren und nachverfolgen.

Ein Beispiel aus einem Wohnungsbauprojekt in Lübeck: Fassadenbauer und Dachdecker arbeiten gleichzeitig, unten läuft der Lieferverkehr. Der Koordinator legt mit Bauleitung und Logistik fest, wann der Bereich unter der Fassade gesperrt wird und über welchen Weg Lieferungen in dieser Zeit laufen.

Typische Fehler

Häufig wird der Koordinator zu spät bestellt, erst zum Baubeginn statt in der Planung. Dann fehlen Arbeitsschutzthemen in Ausschreibung und Einrichtung. Ein weiterer Fehler ist, ihn als Ersatz für die eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit zu sehen. Und manchmal fehlt am Ende die Unterlage für spätere Arbeiten, die der Bauherr für Wartung und Instandhaltung braucht.

Mehr dazu im Ratgeber SiGe-Koordination. Baulogistik Nord stimmt Logistikkonzept und Einrichtung eng mit dem Koordinator ab.

Fragen zum Begriff

Braucht jede Baustelle einen SiGe-Koordinator?

Nein, nur wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Das ist allerdings auf fast allen gewerblichen Baustellen der Fall, auch bei kleineren Vorhaben mit mehreren Gewerken.

Kann der Generalunternehmer den Koordinator stellen?

Der Bauherr kann die Aufgabe einem Dritten übertragen, auch dem Generalunternehmer, wenn dort eine geeignete Person benannt wird. Die Verantwortung für die Bestellung bleibt beim Bauherrn.

Hat der SiGe-Koordinator Weisungsrecht?

Er koordiniert und berät, ein allgemeines Weisungsrecht gegenüber den Firmen hat er nicht. Befugnisse können ihm aber vertraglich übertragen werden, etwa zur Einstellung gefährlicher Arbeiten.

Verwandte Begriffe und Ratgeber