Sie wissen danach, was ein BE-Plan enthält, wer ihn nutzt und warum er mit dem Bauablauf mitwachsen muss.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Der Baustelleneinrichtungsplan, kurz BE-Plan, ist die maßstäbliche Zeichnung aller vorübergehenden Einrichtungen einer Baustelle. Er zeigt auf dem Lageplan des Grundstücks, wo Kran, Container, Lagerflächen, Zufahrten und Versorgungsleitungen liegen. Üblich sind Maßstäbe wie 1:200 oder 1:500, je nach Grundstücksgröße.
Der BE-Plan ist das gemeinsame Bild, auf das sich Bauleitung, Nachunternehmer, Behörden und Sicherheitsdienst beziehen. Er ist keine Formalie, sondern das wichtigste Planungswerkzeug der Baustellenlogistik. Was hier nicht sauber gelöst ist, zeigt sich später als Stau am Tor, als Material im Fluchtweg oder als Kran, der eine Fläche nicht erreicht.
Ein vollständiger BE-Plan beantwortet die Frage, wo was steht und wie man dorthin kommt. Diese Elemente gehören in der Regel hinein:
| Bereich | Elemente |
|---|---|
| Hebetechnik | Kranstandort, Schwenkradius, Kranaufstellfläche, Überschwenkbereiche zu Nachbarn und Straße |
| Verkehr | Zufahrten, Tore, interne Fahrwege, Wendemöglichkeit, Anlieferzone, Wartefläche |
| Flächen | Lagerflächen, Vormontage, Entsorgungsinsel, Geräteabstellplatz |
| Personal | Container für Büro und Aufenthalt, Sanitär, Parkplätze, Fußwege |
| Versorgung | Baustromverteiler, Wasseranschluss, Beleuchtung, Leitungsführung |
| Sicherheit | Bauzaun, Rettungswege, Feuerwehrzufahrt, Sammelplatz, Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Standort |
Hilfreich sind Legende, Nordpfeil, Datum und Versionsnummer. Ohne Stand weiß niemand, ob er den aktuellen Plan in der Hand hält. Einzelheiten zu Kran und Flächen finden Sie unter Kranaufstellfläche und Lagerfläche.
Die BE-Fläche, ausgeschrieben Baustelleneinrichtungsfläche, ist der Bereich, auf dem die Baustelleneinrichtung steht: Container, Lager, Vormontage, Geräteabstellplatz und oft auch der Kran. Der BE-Plan legt fest, wo sie liegt, wie groß sie ist und wie Fahrzeuge sie erreichen.
Reicht das eigene Grundstück nicht, liegt die BE-Fläche auf Gehweg, Parkstreifen oder Nachbargrundstück. Auf öffentlichem Grund braucht das eine Sondernutzungserlaubnis, auf fremdem Grund eine Vereinbarung mit dem Eigentümer. Im Leistungsverzeichnis steht die BE-Fläche meist als eigene Position: herstellen, etwa mit Schotter auf Vlies, vorhalten und nach Bauende räumen und wiederherstellen.
Wie man knappe Flächen sinnvoll aufteilt, zeigt der Ratgeber Lagerflächen auf engem Grundstück.
Eine Baustelle verändert sich ständig. Die Baugrube wird zum Rohbau, der Kran weicht dem Bauaufzug, Lagerflächen wandern in die Geschosse. Ein einziger BE-Plan für die gesamte Bauzeit reicht deshalb selten. Bewährt hat sich, je Hauptphase einen eigenen Plan zu erstellen:
Die Phasen leiten sich aus dem Bauzeitenplan ab. Typische Fehler sind ein Kranradius, der eine Lagerfläche knapp verfehlt, eine Zufahrt ohne Wendemöglichkeit für Sattelzüge und ein Rettungsweg, der erst im Ausbau zugestellt wird, weil niemand den Plan fortgeschrieben hat. Wer im Modell arbeitet, kann Kollisionen früh erkennen, siehe BIM-gestützte Baustelleneinrichtung. Den gesamten Planungsweg beschreibt der Ratgeber Baustelleneinrichtung planen.
Baulogistik Nord erstellt und pflegt BE-Pläne als Teil der Baustelleneinrichtung und Infrastrukturplanung und setzt sie vor Ort um.
Eine allgemeine Pflicht für jede Baustelle gibt es nicht. Er wird aber häufig verlangt, etwa als Anlage zu Anträgen auf Sondernutzung, in Ausschreibungen oder vom Bauherrn. Für eine sichere Organisation nach Arbeitsschutzrecht ist er in der Praxis unverzichtbar.
Meist der Generalunternehmer oder das Rohbauunternehmen, bei großen Projekten ein Logistikplaner im Auftrag des Bauherrn. Wichtig ist, dass SiGe-Koordination, Kranplanung und Bauleitung ihn gemeinsam abstimmen.
Immer dann, wenn sich etwas Wesentliches ändert, etwa Kranstandort, Zufahrt oder Lagerflächen. Zusätzlich ist ein fester Prüftermin sinnvoll, zum Beispiel im wöchentlichen Jour fixe.
Wir planen und betreiben die Logistik Ihrer Baustelle, bundesweit.