Sie wissen danach, aus welchen Bausteinen ein Logistikkonzept besteht, wer es aufstellt und warum Sicherheit und Verkehr darin genauso viel Gewicht haben wie Material und Kran.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Ein Logistikkonzept ist der Gesamtplan, nach dem eine Baustelle versorgt, entsorgt, angefahren und geschützt wird. Es beschreibt nicht das Bauwerk, sondern die Bedingungen, unter denen gebaut werden kann: woher Material kommt, wie es auf die Baustelle gelangt, wo es liegt, wie Abfall abgefahren wird, wer das Gelände betreten darf und wie der Verkehr außerhalb des Zauns geregelt ist.
Abzugrenzen ist es vom Baustelleneinrichtungsplan. Der BE-Plan zeigt, wo etwas steht. Das Logistikkonzept regelt zusätzlich, wie und wann etwas passiert und wer zuständig ist. Die verbindlichen Spielregeln für alle Beteiligten werden daraus oft in ein Baulogistikhandbuch übertragen.
| Baustein | Kernfragen |
|---|---|
| Versorgung | Welche Mengen kommen wann? Wie werden Anlieferungen angemeldet und getaktet? |
| Entsorgung | Welche Abfallfraktionen fallen an? Wo stehen Container, wie oft wird abgefahren? |
| Verkehr | Welche Zufahrten, Routen und Halteflächen gibt es? Welche Anordnungen sind nötig? |
| Vertikaltransport | Welche Kräne, Aufzüge und Hebezeuge, und wer erhält wann welche Zeit? |
| Flächen | Wo sind Anlieferzone, Puffer, Lager und Umschlag, und wie ändert sich das je Phase? |
| Sicherheit und Zugang | Wer darf hinein, wie wird kontrolliert, wie werden Rettungswege freigehalten? |
| Organisation | Wer koordiniert, welche Regeln gelten, wie werden Kosten verteilt? |
Der Baustein Sicherheit wird gern zu knapp behandelt. Dabei hängen Zugangskontrolle, Torbetrieb und Rettungswege unmittelbar an der Logistik. Eine Zufahrt, die tagsüber durch wartende Lkw blockiert ist, ist auch für die Feuerwehr blockiert. Mehr dazu auf der Seite Zugangskontrolle auf der Baustelle.
Ein erstes Logistikkonzept entsteht idealerweise schon in der Planung, weil es Einfluss auf Bauverfahren, Kranstandorte und Ausschreibung hat. Bauherr oder Projektsteuerung geben es in Auftrag, oft wird es mit der Logistikleistung vergeben. Der Generalunternehmer oder ein beauftragter Logistikdienstleister schreibt es dann mit Beginn der Bauausführung fort. Wie man dabei vorgeht, zeigt der Ratgeber Logistikkonzept erstellen.
Viele Konzepte sind zu Beginn gut und werden dann nicht mehr angefasst. Nach einem halben Jahr stimmen Flächen und Zufahrten nicht mehr mit der Wirklichkeit überein, und jede Abweichung wird mündlich geregelt. Ein zweiter Schwachpunkt sind fehlende Zuständigkeiten: Steht im Konzept nur, was zu tun ist, aber nicht, wer es tut, bleibt es ein Papier. Und drittens fehlt oft der Abgleich mit dem Verkehr außerhalb der Baustelle, also mit Verkehrssicherung und Anordnungen.
Ein Beispiel aus Bremen: Bei einer Gewerbebaustelle am Hafen legt das Konzept fest, dass Schwertransporte nur nachts und nur über eine Route kommen. Tagsüber bleibt die Zufahrt für Stückgut und Rettungsdienst frei. Diese eine Festlegung entscheidet mehr über den Bauablauf als jeder Lagerplatz.
Baulogistik Nord erstellt und pflegt Logistikkonzepte als Teil der Baulogistik im Full-Service.
Ein eigenes Gesetz dafür gibt es nicht. Viele Bauherren und Behörden verlangen es aber, etwa als Teil der Ausschreibung oder als Nachweis für Verkehrs- und Lärmauflagen in dichter Bebauung.
So umfangreich, wie es die Baustelle erfordert. Für ein kleines Wohnhaus genügen wenige Seiten, bei einer innerstädtischen Großbaustelle mit vielen Gewerken ist es ein ausführliches Werk mit Plänen je Bauphase.
Alle Beteiligten auf der Baustelle. Damit das durchsetzbar ist, werden die Regeln in Baustellenordnung und Nachunternehmerverträge übernommen.
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