Startseite/Glossar/Bauzeitenplan
Glossar3 Min.

Bauzeitenplan

Sie wissen danach, wie ein Bauzeitenplan aufgebaut ist, was er vertraglich bedeutet und wie Sie daraus Personal, Kran und Flächen planen.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Definition und Darstellungsformen

Der Bauzeitenplan legt fest, wann welche Leistung auf einer Baustelle beginnt und endet. Er ordnet die Gewerke zeitlich und zeigt Abhängigkeiten, etwa dass der Estrich erst nach der Rohinstallation kommt. Je nach Projekt und Detailtiefe sind unterschiedliche Darstellungen üblich.

FormStärkeTypischer Einsatz
BalkenplanÜbersichtlich, schnell lesbarRahmenterminplan, Gewerkeübersicht
NetzplanZeigt Abhängigkeiten und kritischen WegKomplexe Hochbauprojekte
Weg-Zeit-DiagrammFortschritt entlang einer StreckeStraßen-, Bahn- und Leitungsbau
TaktplanGleichmäßige Abfolge je AbschnittAusbau mit wiederkehrenden Einheiten

Üblich ist eine Stufung vom Rahmenterminplan über den Generalablaufplan bis zum Detailplan für einzelne Abschnitte. Mehr zur taktorientierten Variante erklärt der Eintrag Taktplanung.

Vertragliche Bedeutung

Nach VOB/B sind Einzelfristen aus einem Bauzeitenplan nur dann verbindliche Vertragsfristen, wenn das im Vertrag ausdrücklich vereinbart ist. Ohne diese Vereinbarung dienen sie der Orientierung, verbindlich sind dann vor allem Beginn und Fertigstellung. Wer Zwischentermine absichern will, sollte sie deshalb ausdrücklich als Vertragsfristen benennen.

Verschiebt sich der Ablauf durch Behinderungen, muss der Auftragnehmer diese anzeigen. Nachvollziehbar wird das nur, wenn Plan-Soll und tatsächlicher Ablauf dokumentiert sind, etwa im Bautagebuch. Eine fortgeschriebene Fassung mit Datum und Änderungsvermerk hilft, verschiedene Planstände auseinanderzuhalten.

Was die Baulogistik aus dem Plan liest

Für die Logistik ist der Bauzeitenplan die wichtigste Eingangsgröße. Aus ihm ergeben sich die Spitzen, also Wochen, in denen viele Gewerke gleichzeitig arbeiten, viel Material ankommt und Kran oder Aufzug knapp werden. Diese Fragen sollten Sie je Phase beantworten:

  • Wie viele Firmen und Beschäftigte sind gleichzeitig vor Ort? Reichen Container, Sanitärräume und Parkflächen?
  • Welche Lieferungen fallen an, und wie viele Fahrzeuge pro Tag kommen damit ans Tor?
  • Wann ist der Kran durch Rohbau ausgelastet, und wann übernimmt der Bauaufzug?
  • Welche Flächen werden frei, welche durch Außenanlagen später belegt?
  • Wann braucht es zusätzliches Personal für Anlieferung, Verteilung und Tor?

Ein häufiger Fehler ist, die Logistik nur für den Durchschnitt auszulegen. Auf der Baustelle zählt aber die Spitze: Wenn Fassade, Trockenbau und Haustechnik in derselben Woche liefern, reicht eine Anlieferzone nicht mehr. Planen Sie solche Phasen mit Lieferfenstern, einem Kranbelegungsplan und gegebenenfalls einer externen Wartefläche. Wie Ablauf und Logistik verzahnt werden, beschreibt der Ratgeber Taktplanung und Logistik zusammen planen.

Baulogistik Nord leitet aus Ihrem Bauzeitenplan Personal, Kran- und Flächenbedarf ab und passt die Planung im Logistik-Management laufend an.

Fragen zum Begriff

Wer erstellt den Bauzeitenplan?

Den Rahmen gibt meist der Bauherr oder sein Projektsteuerer vor. Der Generalunternehmer verfeinert ihn und stimmt ihn mit den Nachunternehmern ab. Bei großen Projekten arbeiten Terminplaner und Logistikplaner eng zusammen.

Sind Termine aus dem Bauzeitenplan verbindlich?

Nach VOB/B gelten Einzelfristen nur dann als Vertragsfristen, wenn das ausdrücklich vereinbart ist. Ansonsten sind sie Orientierung. Beginn und Fertigstellung werden üblicherweise verbindlich festgelegt.

Wie oft wird der Plan aktualisiert?

Bei laufenden Baustellen ist eine regelmäßige Fortschreibung sinnvoll, etwa im wöchentlichen Jour fixe. Für die Logistik reicht oft eine rollierende Vorschau auf die nächsten Wochen, die laufend nachgeführt wird.

Verwandte Begriffe und Ratgeber