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Last Planner System

Sie wissen danach, wie das Last Planner System aufgebaut ist, was hinter Vorschau, Wochenplan und PPC steckt und warum Logistik dabei kein Randthema ist.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Grundidee

Das Last Planner System ist eine Methode aus dem Lean Construction. Sie wurde in den 1990er-Jahren von Glenn Ballard und Greg Howell entwickelt. Der Name beschreibt den Kern: Geplant wird nicht nur von oben, sondern verbindlich von den „letzten Planern“, also den Polieren und Vorarbeitern, die die Arbeit tatsächlich ausführen. Sie sagen zu, was sie in der kommenden Woche schaffen, und zwar nur das, wofür alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Damit unterscheidet sich das System vom klassischen Bauzeitenplan, der festlegt, was passieren soll. Das Last Planner System fragt, was passieren kann, und sorgt dafür, dass Hindernisse vorher beseitigt werden.

Die Planungsebenen

Das System arbeitet mit mehreren Ebenen, die vom groben Rahmen bis zum Tagesgeschäft reichen:

EbeneInhaltWer plant
RahmenterminplanMeilensteine des GesamtprojektsProjektleitung
PhasenplanungRückwärtsplanung je Bauabschnitt vom Meilenstein ausalle beteiligten Gewerke gemeinsam
Vorschau (Lookahead)die nächsten Wochen, Hindernisse erkennen und beseitigenBauleitung mit Polieren
Wochenplanverbindliche Zusagen der GewerkePoliere und Vorarbeiter
LernenErfüllungsquote und Gründe für Abweichungengesamtes Team

Als Kennzahl dient der PPC (Percent Plan Complete): der Anteil der zugesagten Aufgaben, die in der Woche vollständig erledigt wurden. Wichtiger als die Zahl selbst sind die gesammelten Gründe für Abweichungen. Sie zeigen, wo das System hakt, und nicht selten liegt die Ursache in der Logistik.

Warum Logistik im Last Planner System dazugehört

In der Vorschau werden für jede Aufgabe die Voraussetzungen geprüft: Vorleistung fertig, Pläne freigegeben, Personal da, Gerät verfügbar und Material am richtigen Ort. Gerade der letzte Punkt scheitert auf engen Baustellen oft. Wenn der Kran ausgebucht ist, die Anlieferzone belegt oder das Material im falschen Geschoss steht, hilft auch die beste Wochenzusage nicht.

Deshalb lohnt es, die Baulogistik direkt in die Runden einzubinden:

  • Lieferungen aus dem Wochenplan direkt in das Zeitfenstermanagement übernehmen.
  • Kranbedarf der zugesagten Aufgaben mit dem Kranbelegungsplan abgleichen.
  • Fehlende Flächen oder blockierte Wege als Hindernis in der Vorschau aufnehmen.
  • Logistische Abweichungsgründe gesondert auswerten, etwa verspätete oder unangemeldete Lieferungen.
  • Material im Takt nach dem Pull-Prinzip abrufen statt auf Vorrat anzuliefern.

Ein typischer Fehler ist, das System als reine Besprechung einzuführen. Ohne konsequente Hindernisarbeit in der Vorschau sinkt die Erfüllungsquote, und die Runde verliert an Akzeptanz. Gut kombinierbar ist das Last Planner System mit der Taktplanung, die den Rahmen setzt, während die Wochenplanung die Feinsteuerung übernimmt. Mehr zum Zusammenspiel beschreibt der Lean-Construction-Ratgeber. Staffsec bringt im Logistik-Management die Sicht der Baulogistik in solche Planungsrunden ein.

Fragen zum Begriff

Braucht man eine Software für das Last Planner System?

Nein, viele Baustellen arbeiten mit Wandtafel und Haftnotizen. Digitale Werkzeuge helfen bei großen Projekten, die Auswertung der Abweichungsgründe und die Verbindung zu Terminplan und Lieferplanung zu vereinfachen.

Was ist ein guter PPC-Wert?

Eine feste Zielmarke gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Wert über die Wochen steigt und die Gründe für Abweichungen systematisch abgearbeitet werden.

Wer nimmt an der Wochenplanung teil?

Die Poliere oder Vorarbeiter aller Gewerke, die in der Woche arbeiten, dazu die Bauleitung. Sinnvoll ist auch die Teilnahme der Baulogistik, weil viele Hindernisse mit Kran, Fläche oder Anlieferung zu tun haben.

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