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Bauaufzug

Sie wissen danach, welche Arten von Bauaufzügen es gibt, wie Sie den Bedarf abschätzen und warum ein Aufzug ohne Belegungsregeln schnell zum Engpass wird.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Bauarten

Ein Bauaufzug ist ein vorübergehend am Bauwerk montierter Aufzug, der Personen, Material oder beides in die Geschosse bringt. Er läuft an einem Mast, der in Abständen am Gebäude verankert wird, und wächst mit dem Rohbau mit. Er ist das Rückgrat der Vertikallogistik, sobald der Kran nicht mehr alles bedienen kann oder die Fassade geschlossen wird.

BauartEinsatzHinweis
MaterialaufzugNur Lasten, keine PersonenbeförderungFür kleinere Bauvorhaben und Sanierungen
Personen- und MaterialaufzugMonteure und Material gemeinsamStandard im Hochbau ab mittlerer Gebäudehöhe
TransportbühneLasten und Bedienperson, geringe FahrgeschwindigkeitHäufig an Fassaden und im Ausbau
SchrägaufzugMaterial über Dach oder BöschungEtwa Dachdecker- und Ziegelaufzüge

Abzugrenzen ist der Bauaufzug von der Hubarbeitsbühne, auf der gearbeitet wird, und vom Turmdrehkran, der Lasten frei schwebend versetzt.

Planung: Standort, Größe und Anzahl

Die Entscheidung fällt in der Baustelleneinrichtungsplanung. Ein falscher Standort lässt sich später nur mit großem Aufwand ändern. Diese Punkte gehören in die Planung:

  • Standort an einer Fassadenseite mit guter Zufahrt, ebenem Untergrund und kurzem Weg zur Lagerfläche.
  • Korbmaß und Tragfähigkeit passend zu den größten Bauteilen im Ausbau, etwa Gipskartonplatten, Fensterelemente oder Lüftungskanäle.
  • Anzahl abhängig von Geschossfläche, Zahl der Gewerke und Ausbauspitze. Ein einziger Aufzug für ein großes Gebäude ist ein häufiger Planungsfehler.
  • Haltestellen mit sicheren Übergängen, Schachttüren und Absturzsicherung an jedem Geschoss.
  • Rückbau rechtzeitig einplanen: Die Fassade an der Aufzugsachse wird zuletzt geschlossen.

Für Montage, Betrieb und Prüfung gelten die Betriebssicherheitsverordnung und die Angaben des Herstellers. Bediener müssen eingewiesen und vom Unternehmer beauftragt sein. Vor der ersten Nutzung und in festgelegten Abständen wird der Aufzug geprüft.

Miete, Montage und Prüfung

Ein Bauaufzug wird meist gemietet, und zwar mit Montage, Mastverlängerung im Takt des Rohbaus und Demontage. Im Mietvertrag sollte stehen, wer verankert, wer den Mast verlängert und wie schnell bei einer Störung jemand vor Ort ist. Steht der Aufzug auf Gehweg oder Straße, braucht es zusätzlich eine Sondernutzungserlaubnis.

Rechtlich ist der Bauaufzug ein Arbeitsmittel nach der Betriebssicherheitsverordnung. Die Bauarten sind genormt: DIN EN 12159 für Personen- und Materialaufzüge, DIN EN 12158 für reine Materialaufzüge. Nach jeder Montage wird der Aufzug vor der ersten Fahrt geprüft, danach wiederkehrend. Wer prüft und in welchem Abstand, ergibt sich aus Bauart, Herstellerangaben und Gefährdungsbeurteilung.

Im Alltag zählen die einfachen Punkte: die Höchstlast sichtbar am Korb, Schachttüren, die nur an der Haltestelle öffnen, ein Prüfbuch auf der Baustelle und die Regel, den Betrieb bei Sturm nach Herstellerangabe einzustellen.

Betrieb und typische Fehler

Im Ausbau wollen viele Gewerke gleichzeitig nach oben. Ohne Regeln entsteht morgens ein Stau aus Monteuren und Paletten. Bewährt haben sich feste Zeiten für Personen, gebuchte Slots für Material und ein Aufzugsführer, der den Betrieb lenkt. Große Lieferungen werden wie Kranzeiten im Voraus belegt und mit dem Lieferavis abgestimmt.

Typische Fehler sind überladene Körbe, offen gelassene Schachttüren, Material, das vor der Haltestelle liegen bleibt, und Gewerke, die den Aufzug für Abfall nutzen, während andere warten. Ein einfacher Belegungsplan pro Tag und eine klare Zuständigkeit für die Etagenverteilung lösen die meisten Probleme. Wie sich das im Hochhausbau in Hamburg oder Berlin organisieren lässt, beschreibt der Ratgeber Hochhaus und Vertikallogistik.

Baulogistik Nord stellt auf Wunsch Aufzugsführer und Logistiker für die Geschossversorgung im Rahmen der operativen Baulogistik.

Fragen zum Begriff

Ab wann lohnt sich ein Bauaufzug?

Sobald der Kran mit dem Ausbau ausgelastet ist, die Fassade geschlossen wird oder Personen regelmäßig mehrere Geschosse überwinden müssen. Bei mehrgeschossigen Bauten ist er meist ab dem Ausbau unverzichtbar.

Wer darf einen Bauaufzug bedienen?

Personen, die vom Unternehmer eingewiesen und mit der Bedienung beauftragt sind. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung und der Betriebsanleitung des Herstellers.

Darf Abfall mit dem Bauaufzug transportiert werden?

Ja, wenn er sicher verpackt ist und der Transport geplant wird. Sinnvoll sind feste Zeiten für den Abfalltransport, damit er nicht mit Anlieferungen konkurriert.

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