Sie wissen danach, was zu den Baustellengemeinkosten zählt, wie sie in der Kalkulation erfasst werden und warum gute Logistik sie beeinflusst.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Baustellengemeinkosten, kurz BGK, sind Kosten, die durch den Betrieb einer bestimmten Baustelle entstehen, sich aber keiner einzelnen Leistungsposition zuordnen lassen. Der Kran hebt Bewehrung, Schalung und Fertigteile, der Bauleiter betreut alle Gewerke, der Container dient jedem. Diese Kosten verteilen sich also auf das ganze Projekt.
In der klassischen Zuschlagskalkulation im Bauwesen werden sie so abgegrenzt:
| Kostenart | Bezug | Beispiel |
|---|---|---|
| Einzelkosten der Teilleistungen | eine bestimmte Position im Leistungsverzeichnis | Lohn und Material für einen Kubikmeter Beton |
| Baustellengemeinkosten | die Baustelle als Ganzes | Bauleitung, Kran, Container, Baustrom, Zaun |
| Allgemeine Geschäftskosten | das Unternehmen als Ganzes | Verwaltung, Geschäftsführung, Büro |
| Wagnis und Gewinn | unternehmerisches Risiko und Ertrag | Zuschlag auf die Herstellkosten |
Einzelkosten und Baustellengemeinkosten zusammen ergeben die Herstellkosten. Erst darauf folgen Geschäftskosten sowie Wagnis und Gewinn.
Für die Steuerung ist die Unterscheidung nach dem Zeitbezug entscheidend. Sie zeigt, welche Kosten mit jeder zusätzlichen Woche Bauzeit wachsen.
Der zeitabhängige Teil macht Verzögerungen teuer. Verlängert sich der Rohbau um einige Wochen, laufen Kranmiete, Container und Bauleitung weiter, obwohl keine zusätzliche Leistung entsteht. Deshalb spielen BGK auch bei Nachträgen und Behinderungsfolgen eine wichtige Rolle; die Grundlagen dazu dokumentiert das Bautagebuch.
Ein großer Teil der Baustellengemeinkosten ist Logistik: Kran, Bauaufzug, Flächen, Tore, Entsorgung, Personal für Anlieferung und Koordination. Hier entscheidet die Organisation über den Aufwand. Wartende Kolonnen, doppelt bewegtes Material und ungenutzte Kranstunden tauchen nicht in einer Position auf, sie erhöhen aber die Gemeinkosten.
Gute Ansatzpunkte sind ein abgestimmtes Logistikkonzept, eine geteilte Nutzung von Kran und Aufzug, feste Lieferfenster und eine klare Regel, wie gemeinsam genutzte Leistungen auf die Nachunternehmer verteilt werden, etwa über eine Logistikumlage. Welche Faktoren den Aufwand für Logistik bestimmen, beschreibt der Ratgeber Kosten der Baulogistik.
Ein typischer Fehler in der Ausschreibung ist, Logistikleistungen weder als eigene Position noch als klare Nebenleistung zu beschreiben. Dann rechnet jeder Bieter sie anders in seine Gemeinkosten ein, und Angebote werden schwer vergleichbar. Hinweise dazu gibt Logistikleistungen im Leistungsverzeichnis ausschreiben.
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Nein. Die Baustelleneinrichtung ist ein wichtiger Teil der BGK, dazu kommen aber etwa Bauleitung, Versicherungen und Verbrauchskosten. In Leistungsverzeichnissen wird die Einrichtung oft als eigene Position ausgeschrieben, der Rest bleibt in den Zuschlägen.
Viele Gemeinkosten hängen an der Zeit, etwa Miete für Kran und Container oder das Personal der Bauleitung. Dauert die Baustelle länger, fallen sie entsprechend länger an. Ob und wie das ausgeglichen wird, hängt von Vertrag und Ursache ab.
Üblich ist ein Zuschlag auf die Einzelkosten, entweder einheitlich oder getrennt nach Lohn, Material und Geräten. Manche Unternehmen weisen Teile der BGK als eigene Positionen aus, um sie transparenter zu machen.
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