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Vorhaltung

Sie wissen danach, was unter Vorhaltung fällt, wie sie im Vertrag erscheint und wie Sie Verlängerungen nachvollziehbar festhalten.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff

Vorhaltung ist der Zeitraum, in dem Einrichtungen, Geräte, Flächen oder Personal auf der Baustelle bereitstehen und betriebsbereit gehalten werden. Gemeint ist nicht das Aufbauen und nicht das Abbauen, sondern die Zeit dazwischen. Ein Container, der drei Monate steht, wird drei Monate vorgehalten, auch an Tagen, an denen niemand hineingeht.

Im Bauvertrag wird die Baustelleneinrichtung deshalb oft in drei Teile gegliedert: Einrichten, Vorhalten und Räumen. Die Vorhaltung wird meist zeitbezogen beschrieben, etwa je Woche oder je Monat.

Was typischerweise vorgehalten wird

BereichBeispiele
Unterkünfte und SozialräumeBüro- und Aufenthaltscontainer, Sanitärcontainer, Trockenräume
Hebe- und FördertechnikTurmdrehkran, Bauaufzug, Hubarbeitsbühne
SicherungBauzaun, Tore, Beleuchtung, Absperrungen im öffentlichen Raum
Ver- und EntsorgungBaustromverteiler, Bauwasser, Entsorgungsinsel
FlächenLagerflächen, Anlieferzonen, Pufferflächen
PersonalTorposten, Logistikkoordinator, Betriebssanitäter

Auch Personal kann vorgehalten werden. Ein Torposten steht bereit, wenn Lieferungen kommen, und ebenso in ruhigen Stunden. Das sollte bei der Planung bewusst entschieden werden, nicht zufällig entstehen.

Planung und Steuerung

  • Vorhaltezeiten aus dem Bauzeitenplan ableiten, nicht pauschal für die ganze Bauzeit ansetzen.
  • Für jedes Gerät einen Abbaustichtag festlegen, etwa den Kran nach Abschluss der Fassade.
  • Gemeinsam genutzte Einrichtungen kennzeichnen und die Kostenverteilung regeln, zum Beispiel über eine Logistikumlage.
  • Monatlich prüfen, ob Einrichtungen noch gebraucht werden. Ein ungenutzter Container belegt Fläche, die woanders fehlt.
  • Verlängerungen schriftlich festhalten, mit Grund und Datum.

Ein häufiger Fehler ist, Vorhaltung nur als Kostenfrage zu sehen. Sie ist auch eine Flächenfrage. Auf engen Baufeldern, etwa in Innenstadtlagen in Hamburg oder Berlin, blockiert ein Gerät, das zu lange steht, die nächste Bauphase. Ein sauberes Gerätemanagement behält im Blick, was wann frei werden kann.

Vertrag und Dokumentation

Bei Verträgen nach VOB ist das Einrichten und Räumen der eigenen Baustelle grundsätzlich Nebenleistung, wenn das Leistungsverzeichnis keine eigenen Positionen vorsieht. Wer eine zentrale Einrichtung für alle Gewerke vorhält, sollte die Vorhaltung dagegen als eigene Position ausschreiben. Mehr dazu unter VOB/B und VOB/C.

Verlängert sich die Bauzeit, wird die Vorhaltung oft zum Streitpunkt. Wer Stand und Nutzung regelmäßig im Bautagebuch festhält, hat später belastbare Angaben. Bei der Planung von Einrichtung und Vorhaltezeiten unterstützen wir mit unserer Baustelleneinrichtungsplanung.

Fragen zum Begriff

Was ist der Unterschied zwischen Vorhaltung und Miete?

Miete beschreibt das Verhältnis zum Vermieter eines Geräts. Vorhaltung beschreibt die Bereitstellung auf der Baustelle gegenüber dem Auftraggeber. Beides kann zusammenfallen, ist aber nicht dasselbe.

Wird Vorhaltung nach Kalenderzeit oder nach Arbeitstagen gerechnet?

Das regelt der Vertrag. Üblich sind Wochen oder Monate nach Kalender, weil Einrichtungen auch an Wochenenden und Feiertagen stehen. Wichtig ist eine eindeutige Festlegung im Leistungsverzeichnis.

Wie vermeidet man unnötige Vorhaltung?

Durch feste Abbaustichtage, regelmäßige Prüfung der Nutzung und einen Einrichtungsplan, der je Bauphase fortgeschrieben wird.

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