Sie wissen danach, aus welchen Bausteinen ein Wegeleitsystem besteht, wie Fahr- und Gehwege getrennt beschildert werden und warum die Pflege im Bauablauf entscheidend ist.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Ein Wegeleitsystem ist die Gesamtheit aller Schilder, Markierungen und Pläne, die Menschen und Fahrzeuge auf einer Baustelle an ihr Ziel führen. Es beginnt außerhalb des Zauns mit dem Hinweis auf die richtige Zufahrt und endet an der Abladestelle, am Treppenturm oder am Sammelplatz. Es ist damit mehr als Sicherheitskennzeichnung: Es beantwortet die Frage „Wo muss ich hin?“, bevor jemand sie stellen muss.
Auf großen Baufeldern mit mehreren Toren, wechselnden internen Transportwegen und vielen Firmen spart ein gutes System täglich viele Rückfragen am Tor und verhindert Irrfahrten mit dem Lkw durch Bereiche, in denen gearbeitet wird.
Fahrverkehr und Fußverkehr brauchen getrennte Logik. Die Arbeitsstättenregel ASR A1.8 verlangt, dass Verkehrswege sicher benutzbar sind und Fußgänger möglichst getrennt vom Fahrverkehr geführt werden. Für Sicherheitszeichen gilt die ASR A1.3, für Flucht- und Rettungswege die ASR A2.3.
| Zielgruppe | Typische Elemente | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Lieferverkehr | Anfahrtsskizze im Avis, Torschilder mit Nummer, Richtungspfeile, Höhen- und Gewichtshinweise | Lesbar aus dem Fahrerhaus, frühzeitig vor Abzweigen |
| Baustellenfahrzeuge intern | Einbahnregelung, Wendebereiche, Tempohinweise, Haltepunkte | Eindeutige Richtung, keine Rückwärtsfahrt durch Gehwege |
| Fußgänger und Gewerke | Gehwegmarkierung, Hinweise zu Containerdorf, Treppentürmen, Aufzug, Toiletten | Kurze, sichere Wege, Querungen klar markiert |
| Notfall | Fluchtwegzeichen, Sammelplatz, Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Stellen | Normgerechte Zeichen, nach Bauzustand angepasst |
| Besucher | Anmeldung, Pflicht zur Schutzausrüstung, Ansprechpartner | Erster Halt immer am Tor oder Bürocontainer |
Die Grundlage ist ein Lageplan, der dieselben Bezeichnungen nutzt wie die Schilder. Tor 2 heißt im BE-Plan, im Lieferavis und am Zaun gleich. Mehrsprachige Piktogramme helfen auf Baustellen mit vielen Nationen mehr als lange Texte.
Eine Baustelle verändert sich jede Woche. Ein Gerüst wächst, eine Grube wird verfüllt, eine Zufahrt wird verlegt. Das Wegeleitsystem muss mitwandern. Bewährt hat sich ein fester Verantwortlicher, meist der Logistikkoordinator, der bei jeder Umstellung der Baustelleneinrichtung auch die Beschilderung prüft.
Ein kurzer wöchentlicher Rundgang mit Plan und Kamera reicht oft, um diese Fehler zu finden. Die Ergebnisse gehören in die Baustellenbesprechung. Baulogistik Nord übernimmt Planung und Pflege der Beschilderung auf Wunsch im Rahmen des Logistik-Managements.
Auf dem nicht öffentlichen Baufeld gilt die StVO nicht unmittelbar, viele Baustellen übernehmen ihre Zeichen aber freiwillig, weil Fahrer sie kennen. Die Regeln dazu stehen in der Baustellenordnung. Im öffentlichen Straßenraum bestimmt dagegen die verkehrsrechtliche Anordnung, was aufgestellt wird.
Grundsätzlich der Unternehmer, der die Baustelleneinrichtung betreibt, meist der Generalunternehmer. Für Sicherheitszeichen und Fluchtwege achtet zusätzlich der SiGe-Koordinator auf die Abstimmung zwischen den Firmen.
Ein Plan am Tor ist ein guter Anfang, ersetzt aber keine Schilder an den Entscheidungspunkten. Wer sich einen Plan merken muss, verfährt sich an der dritten Abzweigung.
Wir planen und betreiben die Logistik Ihrer Baustelle, bundesweit.