Sie wissen danach, welche Abschnitte ein Fahrzeug auf dem Weg zur Baustelle durchläuft, wer an welcher Stelle steuert und welche Werkzeuge dafür zur Verfügung stehen.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Zufahrtsmanagement ist die Steuerung aller Fahrzeuge auf ihrem Weg zur Baustelle und auf dem Baufeld bis zur Stelle, an der sie entladen werden. Es verbindet die Anfahrt im öffentlichen Straßenraum, die Kontrolle am Tor und die Führung über die internen Wege zu einem durchgehenden Ablauf.
Abzugrenzen ist es von der Zugangskontrolle, die Personen prüft, und vom Zeitfenstermanagement, das festlegt, wann ein Fahrzeug kommen soll. Das Zufahrtsmanagement sorgt dafür, dass es zu diesem Zeitpunkt auch tatsächlich ankommt, eingelassen wird und den richtigen Weg nimmt.
Für die Planung hilft es, den Weg eines Lkw in Abschnitte zu teilen. Jeder Abschnitt hat eigene Risiken und eigene Werkzeuge:
| Abschnitt | Typische Probleme | Werkzeuge |
|---|---|---|
| Anfahrt im Straßennetz | Navigationsgerät führt in Wohnstraße, zu niedrige Brücke, Gewichtsbeschränkung | Anfahrtsbeschreibung im Avis, vorgegebene Route, Hinweis auf Durchfahrtshöhen |
| Vor dem Tor | Rückstau auf die Fahrbahn, Halten im Halteverbot | Pufferfläche oder Wartezone, Halteverbotszone, Abruf per Telefon |
| Am Tor | Unangemeldete Fahrzeuge, fehlende Papiere, Wartezeit | Torposten, Abgleich mit Avis, Torbuch |
| Auf dem Baufeld | Begegnungsverkehr, Rückwärtsfahren, Fußgänger im Fahrweg | Einbahnregelung, Einweiser, Beschilderung |
| An der Abladestelle | Belegt durch Material oder anderes Fahrzeug | Freigabe durch Koordinator, sofortiger Abtransport |
Auf Innenstadtbaustellen in Berlin oder Hamburg ist der erste Abschnitt oft der schwierigste. Dort braucht es eine verkehrsrechtliche Anordnung nach § 45 StVO für Halteverbote oder Fahrstreifenverengungen, und die Fahrer müssen genau wissen, aus welcher Richtung sie kommen sollen.
Ein funktionierendes Zufahrtsmanagement hat eine Person, die den Überblick hält, meist ein Logistikkoordinator mit Funkverbindung zum Tor und zu den Einweisern. Bewährt haben sich diese Regeln:
Ein häufiger Fehler ist, nur das Tor zu besetzen und den Rest dem Fahrer zu überlassen. Dann staut es sich drinnen statt draußen. Mehr Hintergrund liefern die Seite Zufahrtsmanagement auf der Baustelle und der Ratgeber Zufahrtskontrolle mit Personal oder Technik. Baulogistik Nord stellt Torposten, Einweiser und Koordinatoren über die operative Baulogistik.
Auf dem Baufeld der Betreiber der Baustelleneinrichtung, meist der Generalunternehmer. Im öffentlichen Straßenraum gelten zusätzlich die Auflagen der Straßenverkehrsbehörde, für deren Umsetzung in der Regel ebenfalls der Antragsteller sorgt.
Kurzfristig hilft ein Abruf aus einer entfernten Wartezone per Telefon. Dauerhaft liegt die Ursache meist in zu vielen gleichzeitigen Anlieferungen, also bei der Vergabe der Zeitfenster.
Jede Baustelle hat Zufahrten, also auch einen Umgang damit. Ab mehreren Gewerken, beengtem Grundstück oder Lage an einer belebten Straße lohnt sich eine ausdrücklich zuständige Person.
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