Sie wissen danach, wann ein Einweiser Pflicht ist, wie er richtig arbeitet und welche Fehler beim Rangieren immer wieder zu Unfällen führen.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Ein Einweiser leitet ein Fahrzeug beim Rangieren, Rückwärtsfahren oder Durchfahren enger Stellen, wenn der Fahrer den Gefahrenbereich nicht selbst überblicken kann. Er ist Auge des Fahrers und sichert gleichzeitig Fußgänger und andere Beschäftigte im Umfeld.
Der Einweiser ist nicht zu verwechseln mit dem Anschläger oder Signalgeber am Kran, der Lasten anschlägt und dem Kranführer Zeichen gibt. Auch der Torposten, der Fahrzeuge kontrolliert, ist nicht automatisch Einweiser. In der Praxis übernimmt eine Person oft beide Aufgaben, sie muss dann aber für beide unterwiesen sein.
Die Unfallverhütungsvorschrift für Fahrzeuge (DGUV Vorschrift 70) verlangt, dass beim Rückwärtsfahren niemand gefährdet wird. Kann der Fahrer das nicht sicherstellen, muss er sich einweisen lassen. Auf Baustellen trifft das sehr oft zu: tote Winkel großer Lkw, wechselnde Wege, Arbeitende zu Fuß und Lärm, der Warnsignale überdeckt.
Typische Situationen, in denen ein Einweiser eingeplant werden sollte:
Wo möglich, ist es besser, Rückwärtsfahren ganz zu vermeiden, etwa durch Wendemöglichkeiten oder Durchfahrtswege im Baustelleneinrichtungsplan. Der Einweiser ist eine organisatorische Maßnahme und kommt nach technischen und planerischen Lösungen.
Einweisen ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit und keine Nebenbeschäftigung. Diese Regeln sollten auf jeder Baustelle gelten:
| Regel | Warum |
|---|---|
| Nur unterwiesene, geeignete Personen einsetzen | Handzeichen und Gefahren müssen sicher bekannt sein |
| Standort seitlich im Blickfeld des Fahrers, nie hinter dem Fahrzeug | Der Einweiser darf selbst nicht in den Gefahrenbereich geraten |
| Blickkontakt halten, bei Verlust sofort Halt | Ohne Sichtkontakt fährt der Fahrer blind |
| Einheitliche Handzeichen nach ASR A1.3 oder Funk mit klaren Worten | Verwechslungen kosten Sekunden |
| Warnkleidung tragen | Sichtbarkeit bei Dämmerung und Regen |
| Nur ein Einweiser je Fahrzeug | Widersprüchliche Zeichen verunsichern den Fahrer |
| Keine anderen Aufgaben während des Einweisens | Telefon oder Lieferschein lenken ab |
Ein häufiger Fehler ist der spontan gerufene Kollege, der zufällig in der Nähe steht. Gerade auf Baustellen mit vielen Anlieferungen lohnt es, feste Einweiser einzuplanen, die die Wege kennen. Mehr zu sicheren Abläufen am Tor finden Sie im Beitrag Ein Tag am Baustellentor.
Baulogistik Nord stellt unterwiesene Einweiser und Logistiker im Rahmen der operativen Baulogistik.
Eine eigene Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben. Er muss aber geeignet und vom Unternehmer unterwiesen sein, insbesondere zu Handzeichen, Standort und Gefahren an der jeweiligen Baustelle.
Kameras und Rückfahrwarner verbessern die Sicht, ersetzen den Einweiser aber nicht in jedem Fall. Entscheidend ist, ob der Fahrer den Gefahrenbereich vollständig überblicken kann. Das ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.
Das sollte vertraglich und in der Baustellenordnung geregelt sein. Häufig stellt die Baustelle Einweiser an festen Punkten, weil Fahrer der Lieferanten das Gelände nicht kennen.
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