Sie wissen danach, welche Höhen auf dem Weg zur Baustelle und auf dem Gelände zählen, wie Sie Engstellen erfassen und Lieferanten richtig informieren.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Die Durchfahrtshöhe ist die lichte Höhe, die ein Fahrzeug an einer Stelle mindestens zur Verfügung hat. Sie wird vom Fahrbahnniveau bis zur Unterkante des niedrigsten Hindernisses gemessen, etwa einer Brücke, eines Tores, eines Schutzdachs oder einer Leitung. Ist sie niedriger als 4 Meter, wird sie im öffentlichen Raum meist mit einem Verkehrszeichen angezeigt, das die tatsächliche Höhe nennt.
Für den Baustellenverkehr ist das wichtig, weil viele Fahrzeuge an der Grenze liegen. Sattelzüge sind in der Regel bis 4 Meter hoch. Tieflader mit Bagger, Kipper mit angehobener Mulde, Betonpumpen oder Fahrzeuge mit Ladekran können höher sein oder es im Betrieb werden. Fahrzeuge über 4 Meter brauchen im öffentlichen Straßenverkehr eine Erlaubnis für den Schwertransport.
Engstellen liegen nicht nur auf dem Weg zur Baustelle, sondern oft auf dem Gelände selbst. Bei der Planung lohnt ein Blick auf beide Bereiche.
| Ort | Engstelle | Worauf achten |
|---|---|---|
| Anfahrt | Eisenbahn- und Straßenbrücken, Unterführungen | Ausweisroute festlegen, Lieferanten vorab informieren |
| Anfahrt | Bahnoberleitungen an Bahnübergängen | Sicherheitsabstand, keine angehobenen Aufbauten |
| Grundstückszufahrt | Torbögen, Durchfahrten in Altbauten, Hofeinfahrten | Breite und Höhe gemeinsam prüfen |
| Baufeld | Schutzdächer, Gerüstdurchfahrten, Fußgängertunnel | Höhe dauerhaft beschildern |
| Baufeld | Freileitungen und provisorische Kabelbrücken | Abstände einhalten, Kipper nur abgesenkt fahren |
| Gebäude | Tiefgaragen, Anlieferhöfe im Bestand | oft nur für Transporter geeignet |
In Hamburg und Bremen sind niedrige Bahnbrücken in gewachsenen Quartieren eine bekannte Falle. Navigationsgeräte für Pkw kennen sie nicht, und ortsfremde Fahrer folgen ihnen trotzdem. Auch im Bestand, etwa beim Krankenhausbau im laufenden Betrieb, begrenzen Durchfahrten und Anlieferhöfe die Fahrzeugwahl.
Im Logistikkonzept wird die Anfahrt mit dem größten zu erwartenden Fahrzeug geprüft. So gehen Sie vor:
Ein häufiger Fehler ist, nur die Zufahrt in Betriebszustand zu prüfen. Ein Kipper, der auf dem Gelände abkippt und mit noch angehobener Mulde anfährt, kann Leitungen oder Schutzdächer abreißen. Deshalb gehören Einweiser und klare Regeln an solche Stellen. Mehr zur Planung schwerer Transporte finden Sie im Ratgeber Schwertransporte zur Baustelle planen.
Baulogistik Nord prüft Anfahrten und Engstellen bei der Erstellung von Logistikkonzepten im Rahmen der Baustelleneinrichtungsplanung.
Die zulässige Höhe beträgt im Regelfall 4 Meter. Höhere Fahrzeuge oder Ladungen brauchen eine Erlaubnis bzw. Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde, die oft auch die Route vorgibt.
Für die Höhe seines Fahrzeugs ist grundsätzlich der Fahrer verantwortlich. Für Hindernisse auf dem Baustellengelände trägt jedoch der Betreiber der Baustelle Verantwortung, sie zu kennzeichnen und zu sichern.
Ja, das gehört zur Verkehrssicherung auf der Baustelle. Höhenbegrenzungen sollten gut sichtbar angezeigt und bei Bedarf durch eine Vorwarnung, etwa ein hängendes Warnband, ergänzt werden.
Wir planen und betreiben die Logistik Ihrer Baustelle, bundesweit.