Sie wissen danach, wie Sie einen Sammelplatz sinnvoll festlegen, wer dort was tut und warum er mit dem Baufortschritt mitwandern muss.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Der Sammelplatz, oft auch Sammelstelle genannt, ist der festgelegte Ort außerhalb des Gefahrenbereichs, an dem sich alle Personen nach einer Räumung einfinden. Anlass kann ein Brand sein, ein Gasaustritt, ein Bombenfund im Erdreich, ein Unwetter oder ein drohender Einsturz.
Der Sammelplatz hat zwei Aufgaben. Erstens bringt er die Menschen aus der Gefahr und hält sie dort, damit niemand zurückläuft. Zweitens ermöglicht er die Vollzähligkeitskontrolle: Erst wenn feststeht, wer fehlt, kann die Feuerwehr gezielt suchen. Er ist damit ein fester Baustein im Notfallplan und im Rettungskonzept der Baustelle.
Für Arbeitsstätten verlangen die Arbeitsstättenverordnung und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten, dass Flucht- und Rettungswege sicher ins Freie oder in einen gesicherten Bereich führen. Wo ein Flucht- und Rettungsplan nötig ist, gehört der Sammelplatz hinein. Gekennzeichnet wird er mit dem grünen Rettungszeichen für Sammelstellen, gut sichtbar und auch bei Dunkelheit erkennbar.
| Kriterium | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Abstand | Außerhalb von Trümmer-, Rauch- und Kranschwenkbereich, nicht unter Gerüsten |
| Erreichbarkeit | Über die Fluchtwege ohne Umweg durch Gefahrenbereiche |
| Feuerwehr | Nicht auf der Feuerwehrzufahrt oder der Aufstellfläche für Drehleitern |
| Größe | Platz für alle Anwesenden, auch zur Spitzenzeit mit vielen Gewerken |
| Witterung | Möglichst befestigter Untergrund, bei längerem Warten Wetterschutz |
| Ausweichplatz | Zweiter Platz, falls der erste im Wind- oder Brandschatten liegt |
Die Zählung ist der schwierigste Teil. Auf einer Großbaustelle in Hamburg mit zwanzig Nachunternehmern weiß kaum jemand aus dem Kopf, wer gerade im dritten Untergeschoss arbeitet. Eine elektronische Zugangskontrolle mit Anwesenheitsliste macht die Kontrolle in Minuten möglich, eine Papierliste am Tor dauert deutlich länger.
Der häufigste Fehler: Der Sammelplatz wird zu Baubeginn festgelegt und dann vergessen. Ein Jahr später steht dort das Materiallager oder der Mobilkran. Der Platz muss deshalb im Baustelleneinrichtungsplan stehen und bei jeder Änderung der Einrichtung mitgeprüft werden.
Weitere Fehler sind fehlende Unterweisung neuer Firmen, Sammelplätze nur in einer Sprache beschildert, kein Verantwortlicher für die Zählung und Räumungsübungen, die nie stattfinden. Gerade bei Bauen im laufenden Betrieb, etwa in Kliniken oder Werken, muss der Sammelplatz der Baustelle mit dem des Betreibers abgestimmt sein. Baulogistik Nord stellt auf Wunsch Sicherheitspersonal, das Räumungen begleitet und die Anwesenheit am Tor digital erfasst.
Mindestens einen, auf größeren oder lang gestreckten Baustellen oft zwei oder mehr. Ein Ausweichplatz ist sinnvoll, falls der Hauptplatz durch Rauch oder Wind gefährdet ist.
Der Arbeitgeber ist für seine Beschäftigten verantwortlich. Auf Baustellen mit mehreren Firmen wird er in der Regel zentral von Bauleitung oder Generalunternehmer festgelegt und mit dem SiGe-Koordinator abgestimmt.
Räumungsübungen sind das beste Mittel, um Wege, Zählung und Alarmierung zu prüfen. Sie zeigen schnell, ob die Beschilderung verstanden wird und ob die Anwesenheitsliste stimmt.
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