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Heißarbeiten / Erlaubnisschein

Sie wissen danach, welche Arbeiten als Heißarbeiten gelten, was ein Erlaubnisschein enthält und wie Brandwache und Nachkontrolle organisiert werden.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Was als Heißarbeit gilt

Heißarbeiten sind alle Tätigkeiten, bei denen Flammen, Funken, Glut oder heiße Oberflächen entstehen und dadurch Brände ausgelöst werden können: Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen, Löten, Auftauen mit offener Flamme und das Verlegen von Bitumenbahnen mit dem Brenner. Funkenflug reicht oft mehrere Meter weit und kann durch Fugen, Schächte und Deckendurchbrüche in andere Geschosse gelangen.

Besonders gefährlich sind Heißarbeiten in bestehenden Gebäuden, in Dachbereichen mit Holz und Dämmstoff sowie in der Nähe eines Gefahrstofflagers. Viele Brände auf Baustellen und in Bestandsbauten entstehen erst Stunden nach Arbeitsende aus unbemerkten Glutnestern.

Der Erlaubnisschein als Freigabeverfahren

Wo Brandgefahr besteht und sich brennbare Stoffe nicht vollständig entfernen lassen, werden Heißarbeiten schriftlich freigegeben. Grundlage sind die Gefährdungsbeurteilung, die Vorgaben der DGUV zum Schweißen und Schneiden sowie häufig Auflagen der Versicherer, die eigene Muster für den Erlaubnisschein bereitstellen. Auf Baustellen ist das Verfahren meist in der Brandschutzordnung oder der Baustellenordnung festgelegt.

Ein Erlaubnisschein enthält in der Regel:

  • Ort, Art der Arbeit und genauen Zeitraum, meist nur für einen Tag oder eine Schicht,
  • die ausführende Person und die Person, die die Arbeit freigibt,
  • die Maßnahmen vor Beginn: brennbare Stoffe entfernen oder abdecken, Öffnungen abdichten, Rauchmelder gegebenenfalls abschalten lassen,
  • die bereitgestellten Löschmittel und die Benennung einer Brandwache,
  • Dauer und Verantwortlichen der Nachkontrolle,
  • die Unterschriften aller Beteiligten und die Rückmeldung nach Abschluss.

Brandwache, Nachkontrolle und typische Fehler

Während der Arbeit beobachtet eine Brandwache den Bereich, auch benachbarte Räume und darunterliegende Geschosse, und greift mit dem Feuerlöscher sofort ein. Nach Ende der Arbeit folgt eine Nachkontrolle über einen festgelegten Zeitraum, häufig mehrere Stunden mit wiederholten Rundgängen. Wie lange, hängt von Brandlast und Umgebung ab und steht im Erlaubnisschein.

FehlerBesser so
Erlaubnisschein als Dauerfreigabe für die WocheFreigabe je Tag und Arbeitsort
Brandwache ist der Schweißer selbsteigene Person, ohne andere Aufgaben
Nachkontrolle endet mit FeierabendRundgänge nach Plan, notfalls durch Wachdienst
Rauchmelder abgeschaltet und vergessenWiedereinschalten im Schein quittieren

Für Baustellen mit vielen Heißarbeiten lohnt sich eine zentrale Stelle, die Scheine ausgibt, sammelt und die Nachkontrollen plant. Den gesamten Ablauf mit Beispielen beschreibt der Ratgeber Heißarbeiten und Brandwache, Grundlagen bietet die Seite Brandschutz auf der Baustelle.

Baulogistik Nord stellt Brandschutzhelfer als Brandwache und übernimmt Nachkontrollen auch nach Feierabend, siehe Betriebssanitäter und Brandschutzhelfer.

Fragen zum Begriff

Ist ein Erlaubnisschein gesetzlich vorgeschrieben?

Die Pflicht ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und den Regeln der Unfallversicherungsträger, wenn brandgefährdete Bereiche nicht vollständig geräumt werden können. Viele Versicherer und Bauherren verlangen das schriftliche Verfahren zusätzlich vertraglich.

Wer darf den Erlaubnisschein ausstellen?

Eine vom Auftraggeber oder Betreiber benannte, fachkundige Person, oft die Bauleitung oder der Brandschutzbeauftragte. Der Ausführende darf sich die Arbeit nicht selbst freigeben.

Wie lange dauert die Nachkontrolle nach dem Schweißen?

Das legt der Erlaubnisschein abhängig von Brandlast und Umgebung fest. Üblich sind mehrere Stunden mit wiederholten Kontrollgängen, in kritischen Bereichen auch länger.

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