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Rundgang / Streife

Sie wissen danach, was bei einem Kontrollgang geprüft wird, welche Formen es gibt und wie Sie Rundgänge nachvollziehbar dokumentieren.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Formen

Ein Rundgang oder eine Streife ist die planmäßige Kontrolle eines Geländes durch Sicherheitspersonal. Die Streife geht oder fährt eine festgelegte Strecke ab, prüft Zäune, Tore, Container, Maschinen und Gefahrstellen und reagiert auf Auffälligkeiten. Rundgänge sind ein Kernbestandteil der Baustellenbewachung, besonders nachts, am Wochenende und in Feiertagspausen.

Man unterscheidet die Revierstreife, die mehrere Objekte nacheinander anfährt und zu wechselnden Zeiten kontrolliert, und den Objektrundgang durch einen Wachmann, der dauerhaft vor Ort ist. Dazu kommen anlassbezogene Kontrollen, etwa nach einem Sturm, nach einem Alarm der Videoüberwachung oder vor Arbeitsbeginn.

Was beim Rundgang geprüft wird

  • Bauzaun, Tore und Schlösser: geschlossen, unbeschädigt, keine Lücken.
  • Container, Lager und Werkzeugräume: verschlossen, keine Aufbruchspuren.
  • Maschinen und Fahrzeuge: abgestellt wie vorgesehen, Schlüssel nicht zugänglich.
  • Kran: in Windfreistellung, Zugang zur Leiter gesichert.
  • Gefahrstellen: Absperrungen an Baugruben und Deckenöffnungen intakt.
  • Technik: Baustrom, Beleuchtung, Pumpen der Wasserhaltung in Betrieb.
  • Brandgefahren: Glutnester nach Heißarbeiten, Gasflaschen, Müll an Gebäuden.

Wichtig ist, dass der Rundgang nicht immer zur gleichen Zeit und auf derselben Route läuft. Feste Muster lassen sich beobachten und ausnutzen.

Dokumentation und Befugnisse

MittelZweck
Kontrollpunkte mit Chip oder Codebelegen, dass ein Punkt zu einer Uhrzeit erreicht wurde
Digitaler KontrollberichtFeststellungen mit Foto, Zeit und Ort
Meldekettewer bei welchem Befund informiert wird, auch nachts
Wochenauswertungwiederkehrende Mängel erkennen und abstellen

Wer gewerblich Bewachungsaufgaben übernimmt, braucht eine Erlaubnis nach § 34a Gewerbeordnung, die Beschäftigten brauchen mindestens die vorgeschriebene Unterrichtung oder Sachkundeprüfung. Die Bewachungsverordnung regelt weitere Pflichten. Sicherheitspersonal hat keine hoheitlichen Befugnisse, sondern handelt im Rahmen des Hausrechts des Auftraggebers und der Jedermannsrechte. Bei Straftaten wird die Polizei gerufen.

Typische Fehler und Kombination mit Technik

Häufige Fehler sind Rundgänge ohne Auftrag, was genau zu prüfen ist, eine fehlende Meldekette und Berichte, die niemand liest. Auch ein Rundgang ohne Zugang zu allen Bereichen bringt wenig, weil gerade verschlossene Lagercontainer im Fokus von Dieben stehen.

Sinnvoll ist oft eine Kombination: Ein Videoturm erkennt Bewegung, die Streife fährt den Alarm an und prüft vor Ort. Auf Baustellen in Hamburg und im Umland bewährt sich das, weil Videotechnik allein nicht eingreifen kann. Wie Nachtbewachung geplant wird, beschreibt der Ratgeber Baustellenbewachung nachts und am Wochenende. Baulogistik Nord stellt Streifen und Objektschutz mit digitalen Kontrollberichten.

Fragen zum Begriff

Wie oft sollte eine Streife die Baustelle kontrollieren?

Das ergibt sich aus Wert des Materials, Lage, bisherigen Vorfällen und vorhandener Technik. Eine abgelegene Baustelle mit Kupferkabel braucht mehr Kontrollen als ein Rohbau ohne lose Werte. Wichtig sind wechselnde Zeiten.

Ist eine Revierstreife oder ein fester Wachmann besser?

Die Revierstreife ist flexibel und für kleinere Baustellen oft ausreichend. Ein fester Posten lohnt sich bei hohen Werten, großen Flächen oder wenn ständig jemand ansprechbar sein muss, etwa für Nachtanlieferungen.

Was passiert, wenn die Streife einen Einbruch feststellt?

Sie sichert die Lage, alarmiert die Polizei und informiert den Auftraggeber nach der vereinbarten Meldekette. Spuren werden nicht verändert, der Befund wird mit Foto und Uhrzeit dokumentiert.

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