Sie wissen danach, welche Arten von Baubeschreibungen es gibt und welche Stellen Sie lesen sollten, um Engpässe in Zufahrt, Lager und Kranbetrieb früh zu erkennen.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Die Baubeschreibung beschreibt ein Bauvorhaben in Worten: was gebaut wird, wo, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen. Sie ergänzt die Zeichnungen und gibt den Rahmen vor, in dem die einzelnen Leistungen ausgeführt werden. Je nach Zweck sieht sie unterschiedlich aus.
Im Bauantrag ist die Baubeschreibung Teil der Bauvorlagen und beschreibt Nutzung, Konstruktion und Baustoffe. In der Ausschreibung bildet sie zusammen mit dem Leistungsverzeichnis die Leistungsbeschreibung. Sie schildert dort die allgemeinen Verhältnisse der Baustelle, während das Leistungsverzeichnis die einzelnen Positionen enthält. Beim Verbraucherbauvertrag schreibt das BGB eine Baubeschreibung mit bestimmten Mindestinhalten vor; dort geht es vor allem um die Eigenschaften des fertigen Hauses.
Für die Baulogistik ist die Ausschreibungs-Baubeschreibung die wichtigste Quelle. Sie wird oft nur überflogen, enthält aber die Rahmenbedingungen, die später Geld und Zeit kosten. Lesen Sie gezielt nach diesen Stichworten:
| Angabe in der Baubeschreibung | Folge für die Logistik |
|---|---|
| Lage, Nachbarbebauung, angrenzende Straßen | Zufahrt, Abladestellen, Bedarf an Halteverbotszonen |
| Vorgaben zu Arbeitszeiten und Lärm | Lieferfenster, Nachtanlieferung, Sperrzeiten |
| Bauen im laufenden Betrieb | Getrennte Wege, Zugangskontrolle, Abstimmung mit dem Nutzer |
| Vom Auftraggeber gestellte Flächen und Medien | Größe der Lager- und Containerflächen, Baustrom, Bauwasser |
| Bauablauf, Bauabschnitte, Termine | Takt, Kranstandorte, Umzüge der Baustelleneinrichtung |
| Bestand, Altlasten, Kampfmittelverdacht | Freigaben vor Erdarbeiten, Entsorgungswege, Bodenmanagement |
Aus diesen Angaben entsteht die erste Fassung des Logistikkonzepts. Was in der Baubeschreibung fehlt, ist ebenso wichtig: Steht nichts zu gemeinsam genutzten Kranen oder zur Entsorgung, ist offen, wer sie stellt. Das gehört dann in die Bieterfragen, bevor ein Angebot abgegeben wird.
Viele Baubeschreibungen behandeln die Logistik nur in einem Satz, etwa mit dem Hinweis, die Baustelleneinrichtung sei Sache des Auftragnehmers. Das ist bei kleinen Vorhaben ausreichend, bei Innenstadtbaustellen in Hamburg, Bremen oder Berlin aber eine Quelle von Nachträgen und Streit. Prüfen Sie deshalb:
Wie Logistikleistungen sauber beschrieben werden, zeigt der Ratgeber Logistikleistungen im Leistungsverzeichnis ausschreiben. Baulogistik Nord unterstützt Bauherren und Generalunternehmer bei der Auswertung von Unterlagen und der Planung im Rahmen der Baustelleneinrichtung und Infrastrukturplanung.
Die Baubeschreibung schildert das Vorhaben und die Verhältnisse der Baustelle im Zusammenhang. Das Leistungsverzeichnis gliedert die Arbeiten in einzelne Positionen mit Mengen. Beide zusammen ergeben die Leistungsbeschreibung einer Ausschreibung.
Meist der Planer im Auftrag des Bauherrn. Beim Bauantrag gehört sie zu den Bauvorlagen, bei der Ausschreibung zur Vergabeunterlage. Beim Verbraucherbauvertrag stellt der Unternehmer sie dem Verbraucher zur Verfügung.
Fragen Sie im Vergabeverfahren nach, bevor Sie ein Angebot abgeben. Nach Vertragsschluss lassen sich offene Punkte nur noch über Nachträge oder Verhandlungen klären.
Wir planen und betreiben die Logistik Ihrer Baustelle, bundesweit.