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Sperrzeiten

Sie wissen danach, welche Arten von Sperrzeiten es auf Baustellen gibt, wo sie geregelt sind und wie Sie sie in die Lieferplanung einbauen.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff

Sperrzeiten sind Zeiträume, in denen auf oder an einer Baustelle bestimmte Tätigkeiten nicht erlaubt sind. Meist geht es um zwei Dinge: um Anlieferungen und Fahrzeugverkehr sowie um lärmintensive Arbeiten. Sperrzeiten können sich aus Gesetzen, aus der Baugenehmigung, aus einer verkehrsrechtlichen Anordnung oder aus Vereinbarungen mit Nachbarn und Betreibern ergeben.

Für die Baulogistik sind sie eine feste Randbedingung. Jede Lieferkette, jeder Kranhub und jede Betonage muss so geplant sein, dass sie in die freien Zeitfenster passt.

Woher Sperrzeiten kommen

QuelleWas sie regeltBeispiel
AVV BaulärmBewertung von Baulärm, Nachtzeit 20 bis 7 Uhr mit strengeren Richtwertenkeine lauten Arbeiten nachts in Wohngebieten
32. BImSchVBetriebszeiten bestimmter Geräte und Maschinen in Wohngebietenkein Betrieb an Sonn- und Feiertagen
§ 30 Abs. 3 StVOSonn- und Feiertagsfahrverbot für schwere Lkwkeine Anlieferung mit Lkw über 7,5 t am Sonntag
Verkehrsrechtliche AnordnungZeiten für Sperrungen und LadezonenHalteverbot nur werktags 7 bis 16 Uhr
Baugenehmigung und AuflagenArbeitszeiten und Lärmschutz im EinzelfallRammarbeiten nur zu festen Zeiten
Betreiber im BestandRuhezeiten im laufenden Betriebkeine Anlieferung während der Visite im Krankenhaus

Hinzu kommen Sonderlagen wie Lieferzeiten in Fußgängerzonen, die per Zusatzzeichen geregelt sind, Feiertagsgesetze der Länder und zeitweise Sperrungen bei Großveranstaltungen. Genehmigungen für Schwertransporte enthalten ebenfalls oft feste Fahrzeiten, häufig nachts.

Sperrzeiten in der Lieferplanung

  • alle Sperrzeiten der Baustelle in einer Übersicht sammeln und in der Baustellenordnung nennen
  • Zeitslots nur in den erlaubten Zeiten freigeben
  • Lieferanten mit langer Anfahrt auf Ankunftszeiten hinweisen, damit niemand vor Öffnung im Wohngebiet wartet
  • laute Arbeiten wie Abbruch, Bohren und Verdichten bewusst in die Tagesmitte legen
  • für Ausnahmen, etwa eine durchgehende Betonage, frühzeitig eine Genehmigung einholen und Anwohner informieren

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer Innenstadtbaustelle in Lübeck ist die Ladezone nur vormittags freigegeben, nachmittags gilt sie als Parkfläche. Großlieferungen werden deshalb auf den frühen Vormittag gelegt, Kleinteile über einen Baustellen-Hub gebündelt und nachgeliefert.

Typische Fehler

Häufig kennt die Bauleitung die Sperrzeiten, die Lieferanten aber nicht. Dann stehen Lkw morgens um sechs mit laufendem Motor vor dem Tor. Ebenso kritisch sind Wochenendarbeiten ohne Abstimmung, die schnell zu Beschwerden führen. Hilfreich sind ein verbindliches Lieferavis und Torpersonal, das Fahrzeuge außerhalb der Fenster freundlich, aber konsequent auf eine Wartefläche verweist. Mehr dazu im Ratgeber Zeitfenstermanagement. Baulogistik Nord stimmt Lieferfenster im Rahmen des Logistik-Managements auf die geltenden Sperrzeiten ab.

Fragen zum Begriff

Darf auf einer Baustelle am Samstag gearbeitet werden?

Der Samstag ist grundsätzlich ein Werktag. Ob und wie lange gearbeitet werden darf, hängt aber von Lärmschutzauflagen, der Baugenehmigung und den Regeln vor Ort ab. Im Zweifel bei der zuständigen Behörde nachfragen.

Was gilt nachts?

Nach der AVV Baulärm gilt die Zeit von 20 bis 7 Uhr als Nachtzeit mit deutlich strengeren Richtwerten. Nachtarbeit ist damit nicht verboten, braucht in Wohngebieten aber meist eine Ausnahme und leise Verfahren.

Gilt das Lkw-Sonntagsfahrverbot auch für Baustellenverkehr?

Das Verbot nach § 30 Abs. 3 StVO betrifft Lkw über 7,5 t und Lkw mit Anhänger. Es gibt Ausnahmen für bestimmte Transporte, für alle anderen ist eine Ausnahmegenehmigung nötig.

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