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Sanitätsdienst

Sie wissen danach, ab wann eine Baustelle Sanitätspersonal braucht, wie es sich vom Ersthelfer unterscheidet und was zur Organisation gehört.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Was unter Sanitätsdienst zu verstehen ist

Mit Sanitätsdienst ist auf der Baustelle die Bereitstellung von ausgebildetem Sanitätspersonal gemeint, das über die Erste Hilfe der Ersthelfer hinausgeht. Im Arbeitsschutz heißt diese Funktion Betriebssanitäter. Sanitäter versorgen Verletzte, bis der Rettungsdienst übernimmt, weisen ihn ein, führen die Dokumentation und kümmern sich um Material und Sanitätsraum.

Der Begriff wird auch im Veranstaltungswesen verwendet. Dort gelten andere Regeln. Auf der Baustelle richtet sich die Pflicht nach der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.

Wann Sanitätspersonal Pflicht ist

Nach § 27 DGUV Vorschrift 1 muss auf einer Baustelle mindestens ein Betriebssanitäter zur Verfügung stehen, wenn dort mehr als 100 Versicherte anwesend sind. Übernimmt ein Unternehmer die Erste Hilfe auch für die Beschäftigten anderer Firmen, zählt die Gesamtzahl. Auf Großbaustellen regelt das deshalb meist der Generalunternehmer zentral und legt die Kosten über die Logistikumlage oder eigene Vereinbarungen um.

Unabhängig davon können Bauherr oder Betreiber mehr verlangen, etwa bei abgelegenen Baustellen mit langer Anfahrt des Rettungsdienstes, bei Tunnel- und Offshore-Arbeiten oder beim Bauen in Werken mit eigenen Werkschutzregeln.

FunktionAufgabeAusbildung
ErsthelferSofortmaßnahmen, Notruf, Betreuung bis Hilfe kommtErste-Hilfe-Lehrgang, regelmäßige Fortbildung
BetriebssanitäterErweiterte Versorgung, Einweisung des Rettungsdienstes, SanitätsraumGrund- und Aufbaulehrgang bei anerkannter Stelle
RettungsdienstNotfallmedizinische Versorgung und TransportÖffentlich-rechtlich, über Notruf 112

Organisation auf der Baustelle

  • Einsatzzeiten an die Arbeitszeiten koppeln, auch für Früh-, Spät- und Nachtschichten.
  • Festen Standort festlegen, meist ein Sanitätscontainer im Containerdorf mit kurzer Zufahrt.
  • Alarmierung regeln: Telefonnummer oder Funk, Aushang an jedem Treppenhaus und Kranstandort.
  • Treffpunkt für den Rettungsdienst am Tor bestimmen und die Torposten einweisen.
  • Verbandbuch oder digitale Dokumentation jeder Hilfeleistung führen.
  • Material und Defibrillator regelmäßig prüfen und nachfüllen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Auf einem Infrastrukturprojekt in Schleswig-Holstein liegen die Arbeitsstellen kilometerweit auseinander. Hier hilft ein Sanitäter mit Fahrzeug, der zwischen den Abschnitten pendelt, zusammen mit klar beschriebenen Anfahrtspunkten für den Rettungsdienst. Das gehört in den Notfallplan und in die Rettungskette.

Typische Fehler

Häufig wird nur die Pflicht formal erfüllt: Ein Sanitäter ist eingeplant, aber keiner weiß, wie man ihn erreicht. Ebenso oft fehlt die Vertretung bei Urlaub und Krankheit. Ein weiterer Fehler ist, Ersthelfer und Sanitäter gleichzusetzen. Ersthelfer bleiben auch mit Sanitätsdienst in jedem Gewerk nötig.

Wie Sie den Bedarf über die Bauzeit planen, zeigt der Ratgeber Sanitätsdienst auf Großbaustellen. Baulogistik Nord stellt Betriebssanitäter und Brandschutzhelfer für Baustellen in ganz Deutschland, mit Schwerpunkt im Norden.

Fragen zum Begriff

Ab wie vielen Beschäftigten braucht eine Baustelle einen Betriebssanitäter?

Nach DGUV Vorschrift 1 ab mehr als 100 anwesenden Versicherten auf der Baustelle. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich Anwesenden, also auf Spitzenzeiten mit vielen Gewerken.

Ersetzt der Sanitätsdienst die Ersthelfer?

Nein. Ersthelfer müssen weiterhin in ausreichender Zahl vorhanden sein, weil sie in der Regel schneller vor Ort sind. Der Sanitäter ergänzt sie mit erweiterter Ausbildung.

Wer bezahlt den Sanitätsdienst auf einer Baustelle mit vielen Firmen?

Das wird vertraglich geregelt. Häufig organisiert ihn der Generalunternehmer und legt die Kosten anteilig auf die Nachunternehmer um.

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