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Betriebssanitäter

Sie wissen danach, wann die DGUV Vorschrift 1 Betriebssanitäter verlangt, was diese leisten und wie Sie den Einsatz auf einer Großbaustelle organisieren.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Was ein Betriebssanitäter ist

Ein Betriebssanitäter ist eine Fachkraft der betrieblichen Ersten Hilfe mit deutlich tieferer Ausbildung als ein Ersthelfer. Er versorgt Verletzte und Erkrankte, bis der Rettungsdienst eintrifft, und übergibt sie strukturiert. Rechtsgrundlage ist § 27 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.

Auf Baustellen hat der Betriebssanitäter besonderes Gewicht. Wege sind lang, Zufahrten wechseln, und viele Menschen arbeiten in Höhe, in Baugruben oder an Maschinen. Bis ein Rettungswagen am richtigen Treppenhaus steht, vergehen wertvolle Minuten.

Wann er Pflicht ist

Die DGUV Vorschrift 1 knüpft die Pflicht an die Zahl der anwesenden Versicherten. Für Baustellen gilt eine eigene, niedrigere Schwelle.

SituationPflicht nach § 27 DGUV Vorschrift 1
Baustelle mit mehr als 100 anwesenden Versichertenmindestens ein Betriebssanitäter
Betrieb mit mehr als 1.500 anwesenden Versichertenmindestens ein Betriebssanitäter
Betrieb mit 251 bis 1.500 Versichertenabhängig von Art, Schwere und Zahl der Unfälle

Auf Baustellen mit mehreren Firmen stellt sich schnell die Frage, wer zählt und wer zuständig ist. In der Praxis regelt der Bauherr oder der Generalunternehmer die gemeinsame Erste Hilfe zentral, abgestimmt mit dem SiGe-Koordinator. Das ist übersichtlicher, als wenn jede Firma eigene Lösungen mitbringt.

Ausbildung und Fortbildung

Als Betriebssanitäter darf nur eingesetzt werden, wer einen Grundlehrgang mit 63 Unterrichtseinheiten und einen Aufbaulehrgang mit 32 Unterrichtseinheiten für den betrieblichen Sanitätsdienst absolviert hat. Für Personen mit einer gleichwertigen sanitätsdienstlichen Qualifikation kann der Grundlehrgang entfallen. Zusätzlich ist eine regelmäßige Fortbildung innerhalb von drei Jahren vorgeschrieben.

Aufgaben im Baustellenalltag

  • Erstversorgung bei Unfällen und akuten Erkrankungen, etwa Stürzen, Schnittverletzungen oder Hitzeerschöpfung.
  • Einweisen des Rettungsdienstes über die festgelegte Rettungszufahrt.
  • Dokumentation jeder Hilfeleistung im Verbandbuch oder digital.
  • Kontrolle und Nachfüllen von Verbandkästen und Erste-Hilfe-Material.
  • Unterstützung der Ersthelfer der einzelnen Firmen und Hinweise bei Gefahrenstellen.
  • Mitwirkung am Rettungskonzept und an Übungen.

Ein häufiger Fehler: Der Betriebssanitäter sitzt im Container am Rand des Baufelds, und niemand weiß, wie man ihn erreicht. Besser sind eine feste Rufnummer am Aushang, Funk und ein klarer Standort, der allen bei der Unterweisung gezeigt wird.

Abgrenzung zu Ersthelfer und Sanitätsdienst

Der Ersthelfer hat eine kurze Ausbildung und hilft neben seiner eigentlichen Arbeit. Der Betriebssanitäter ist tiefer qualifiziert und oft eigens für diese Aufgabe auf der Baustelle. Der Begriff Sanitätsdienst beschreibt die gesamte Organisation, also Personal, Räume, Material und Abläufe. Wie man ihn für große Projekte plant, zeigt der Ratgeber Sanitätsdienst auf Großbaustellen.

Baulogistik Nord stellt Betriebssanitäter und Brandschutzhelfer für Baustellen in ganz Deutschland, mit Schwerpunkt im Norden.

Fragen zum Begriff

Ersetzt ein Betriebssanitäter die Ersthelfer der Firmen?

Nein. Jede Firma muss weiter ihre Ersthelfer stellen. Der Betriebssanitäter ergänzt sie und übernimmt die tiefere Versorgung.

Zählen Nachunternehmer bei der Schwelle von 100 Versicherten mit?

Die Vorschrift richtet sich an den einzelnen Unternehmer. Auf gemeinsamen Baustellen wird die Erste Hilfe aber meist übergreifend organisiert. Klären Sie die Zuständigkeit früh im Vertrag und im SiGe-Plan.

Braucht der Betriebssanitäter einen eigenen Raum?

Das hängt von der Größe der Baustelle und den Vorgaben der Arbeitsstättenregeln ab. Auf Großbaustellen ist ein Sanitätsraum oder Sanitätscontainer üblich und sinnvoll.

Verwandte Begriffe und Ratgeber