Sie wissen danach, aus welchen Stationen der Materialfluss einer Baustelle besteht, woran man einen schlechten Fluss erkennt und mit welchen Hebeln er sich verbessern lässt.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Materialfluss bezeichnet den Weg, den Baustoffe und Bauteile vom Lieferanten bis zu ihrem Einbauort nehmen, einschließlich aller Zwischenstationen. Er umfasst Transport, Umschlag, Lagerung und die Informationen, die diesen Weg steuern. Auf der Baustelle endet er nicht am Tor, sondern erst dort, wo der Monteur das Teil in die Hand nimmt.
Ein guter Materialfluss ist kurz, ohne unnötiges Umsetzen und so getaktet, dass Material weder fehlt noch wochenlang im Weg liegt. Jede zusätzliche Station kostet Zeit, Kranstunden und Platz und erhöht das Risiko von Schäden und Verlusten.
| Station | Was passiert | Typischer Verlust |
|---|---|---|
| Bestellung und Abruf | Menge und Termin werden festgelegt | zu früh oder zu viel bestellt |
| Transport zur Baustelle | Fahrt, Route, Ankunftszeit | Wartezeit vor dem Tor, falsche Route |
| Tor und Annahme | Abgleich mit Avis und Lieferschein | Fehllieferung erst spät bemerkt |
| Entladen und Umschlag | Kran, Stapler oder Hand | Kranzeit für Suchen und Umsetzen |
| Lagerung | Zwischenlager oder Geschosslager | Beschädigung, Diebstahl, Doppelbestellung |
| Vertikal- und Horizontaltransport | Aufzug, Kran, Hubwagen bis ins Geschoss | Engpass am Aufzug, lange Wege |
| Einbauort | Material wird verarbeitet | Teile fehlen oder liegen falsch |
Die einzelnen Stationen sind ausführlicher im Ratgeber Materialfluss beschrieben.
Der letzte Punkt wird oft vergessen. Auf vielen Baustellen läuft der Rückfluss von Verpackung, Paletten und Verschnitt ungeplant und verstopft genau die Wege, die für die Anlieferung gebraucht werden.
Deutliche Anzeichen sind volle Lagerflächen bei gleichzeitigen Engpässen am Einbauort, ein Kran, der viel umsetzt und wenig montiert, und Monteure, die Material suchen. Ein Beispiel aus einem Bürobau in Düsseldorf: Trockenbauplatten werden in großen Mengen ins Erdgeschoss geliefert und später einzeln nach oben gebracht. Nach der Umstellung auf geschossweise Abrufe mit fertig kommissionierten Paletten bleiben Erdgeschoss und Aufzug frei, und die Kolonnen haben ihr Material dort, wo sie arbeiten.
Vertiefende Methoden zur Analyse beschreibt die Seite Materialfluss-Optimierung. Wie sich Takt und Logistik verbinden lassen, zeigt der Ratgeber Taktplanung und Logistik zusammen planen.
Baulogistik Nord plant und steuert den Materialfluss im Rahmen des Logistik-Managements.
Der Materialfluss ist ein Teil der Baulogistik, nämlich der Weg der Baustoffe. Zur Baulogistik gehören außerdem Entsorgung, Verkehr, Flächen, Zugang und die Organisation der Baustelle insgesamt.
Nicht immer. Sie setzt freie Vertikaltransportkapazität und tragfähige Decken voraus. Wo das gegeben ist, spart sie meist doppeltes Umsetzen und schont die Lagerflächen am Boden.
Jedes Gewerk für sein eigenes Material, die Baulogistik für die gemeinsame Infrastruktur und die Abstimmung. Ohne zentrale Steuerung optimiert jeder Nachunternehmer nur seinen Teil, und der Gesamtfluss leidet.
Wir planen und betreiben die Logistik Ihrer Baustelle, bundesweit.