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Just-in-sequence

Sie wissen danach, was die Lieferung in Einbaureihenfolge von Just-in-time unterscheidet, welche Bauteile sich dafür eignen und wie Sie Ladelisten und Montageplan verknüpfen.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Abgrenzung

Just-in-sequence (kurz JIS) ist eine Steigerung von Just-in-time. Material kommt nicht nur zum richtigen Zeitpunkt, sondern auch in genau der Reihenfolge, in der es eingebaut wird. Das erste Teil, das an den Haken geht, liegt auf dem Lkw so, dass es zuerst greifbar ist. Am Bau betrifft das vor allem Bauteile, die einzeln positioniert werden und nicht austauschbar sind.

Während Just-in-time die Frage beantwortet, wann geliefert wird, regelt Just-in-sequence zusätzlich, in welcher Ordnung. Damit verschiebt sich ein Teil der Arbeit vom Baufeld ins Werk: Dort wird nach Montageplan kommissioniert und geladen.

BauteilWarum die Reihenfolge zählt
Betonfertigteile, Stützen, Binderjedes Teil hat eine feste Position, Umsetzen kostet Kranzeit
FassadenelementeMontage verläuft achsweise, Zwischenablage gefährdet empfindliche Oberflächen
Raummodule, BadzellenEinbau geschossweise in fester Folge, oft direkt vom Fahrzeug
StahlbauteileMontageabschnitte müssen in sich vollständig sein
HolzbauelementeWand- und Deckenelemente bauen aufeinander auf, Witterungsschutz zählt

So wird Just-in-sequence umgesetzt

Grundlage ist ein Montageplan mit eindeutigen Positionsnummern. Daraus entsteht eine Ladeliste je Fahrzeug, die der Hersteller im Werk abarbeitet. Auf der Baustelle braucht es dann:

  • Feste Ankunftsfolge: Lkw kommen nach einem Zeitslot-Plan, häufig mit Wartepunkt außerhalb und Abruf durch das Tor.
  • Gesicherte Kranzeit: Die Montage ist im Kranbelegungsplan blockweise reserviert.
  • Direkte Übernahme: Teile gehen vom Fahrzeug an den Haken, ohne Zwischenlager.
  • Prüfung bei Ankunft: Positionsnummern und Zustand werden am Tor oder an der Abladestelle mit der Ladeliste abgeglichen.
  • Rückmeldung: Fehlteile oder Schäden gehen sofort an das Werk, damit die Folge neu geplant werden kann.

Bei großen Fertigteilprojekten mit Anfahrt über weite Strecken, etwa aus Werken in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern zu Baustellen in Hamburg oder Bremen, wird oft mit einem Vorlauf von ein bis zwei Fahrzeugen gearbeitet, die in der Nähe warten.

Typische Fehler

Die meisten Störungen entstehen an der Nahtstelle zwischen Werk und Baustelle. Wird die Montagefolge kurzfristig geändert, ohne dass das Werk die Ladelisten anpasst, liegt das benötigte Teil ganz unten. Dann wird abgeladen, umgesetzt und wieder aufgeladen. Ebenso kritisch ist eine Ankunft in falscher Reihenfolge, weil ein Fahrer früher losgefahren ist. Hier hilft eine Torsteuerung, die Fahrzeuge in der geplanten Folge einlässt.

Ein weiterer Fehler: kein Plan B. Für Wind, der den Kran stilllegt, oder ein beschädigtes Teil sollte eine kleine Pufferfläche vorgesehen sein. Mehr zur Abstimmung von Takt und Lieferung im Ratgeber Taktplanung und Logistik. Staffsec unterstützt solche Abläufe mit Koordinatoren und Torpersonal in der operativen Baulogistik.

Fragen zum Begriff

Ist Just-in-sequence nur etwas für Großprojekte?

Nein. Schon bei einem mehrgeschossigen Wohnungsbau mit Fertigteiltreppen oder Bädern in Modulbauweise spart die Lieferung in Einbaureihenfolge Kranzeit. Der Aufwand liegt vor allem in der Planung der Ladelisten.

Wer ist für die richtige Reihenfolge verantwortlich?

Der Hersteller für die Beladung nach Ladeliste, die Baustelle für einen aktuellen Montageplan und die rechtzeitige Meldung von Änderungen. Die Baulogistik sorgt dafür, dass Fahrzeuge in der richtigen Folge abgerufen werden.

Was unterscheidet Just-in-sequence von Just-in-time?

Just-in-time regelt den Zeitpunkt der Lieferung. Just-in-sequence regelt zusätzlich die Reihenfolge der Teile auf dem Fahrzeug und in der Ankunft.

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