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Einfahrtsgenehmigung

Sie wissen danach, welche Arten von Einfahrtsgenehmigungen es gibt, wer sie erteilt und wie Sie verhindern, dass Lieferungen an einer Sperre hängen bleiben.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Arten

Eine Einfahrtsgenehmigung erlaubt einem bestimmten Fahrzeug, in einen Bereich einzufahren, der sonst gesperrt ist. Im Baustellenalltag begegnen Ihnen drei Arten, die oft verwechselt werden: behördliche Ausnahmen im öffentlichen Straßenraum, Berechtigungen auf fremden Betriebsgeländen und die interne Einfahrtsberechtigung am Baustellentor.

Gemeinsam ist allen, dass die Genehmigung an Fahrzeug, Zeitraum und oft an eine Route gebunden ist. Wer ohne passende Genehmigung anreist, wird abgewiesen oder riskiert ein Bußgeld, und das Material fehlt am Einbauort.

ArtTypischer AnlassWer erteilt
Ausnahme im StraßenverkehrFußgängerzone, Lkw-Durchfahrtsverbot, GewichtsbeschränkungStraßenverkehrsbehörde, Ausnahme nach § 46 StVO
Ausnahme in der UmweltzoneFahrzeug ohne passende Plakettezuständige Behörde der Stadt nach örtlichen Regeln
Berechtigung auf BetriebsgeländeBauen in Werk, Hafen, Flughafen oder KlinikBetreiber des Geländes, oft mit Sicherheitsüberprüfung
Einfahrtsberechtigung BaustelleZufahrt durch das BaustellentorBauleitung oder Logistikkoordination über Avis

Ablauf in der Praxis

Behördliche Ausnahmen brauchen Vorlauf. Fußgängerzonen in Innenstädten wie Lübeck, Kiel oder Bremen erlauben Lieferverkehr meist nur in festen Zeitfenstern. Wer außerhalb liefern muss, etwa mit Fertigteilen oder einem Mobilkran, beantragt eine Ausnahme mit Fahrzeugdaten, Datum, Uhrzeit und Route. Die Genehmigung liegt dann im Original oder als Kopie im Fahrzeug.

Auf Betriebsgeländen gelten eigene Regeln. In einem Flughafen- oder Hafenbereich brauchen Fahrzeuge und Fahrer oft Vorabanmeldung, Ausweise und Begleitung. Mehr dazu im Ratgeber Bauen im Flughafen- und Sicherheitsbereich.

Für die eigene Baustelle bewährt sich diese Reihenfolge:

  • Lieferant meldet die Fahrt über das Lieferavis mit Kennzeichen, Fahrzeugart und Zeitfenster an.
  • Die Logistikkoordination prüft, ob behördliche Ausnahmen nötig sind, und leitet das rechtzeitig ein.
  • Am Tor gleicht der Torposten Kennzeichen und Zeitfenster ab, siehe Torkontrolle.
  • Die Einfahrt wird im Torbuch oder digital protokolliert.
  • Nicht angemeldete Fahrzeuge warten auf einer Pufferfläche, bis die Bauleitung entscheidet.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist eine Genehmigung für das falsche Fahrzeug. Der Lieferant schickt kurzfristig einen anderen Lkw, das Kennzeichen passt nicht, und die Fahrt endet am Poller. Ebenso häufig sind abgelaufene Zeiträume nach einer Terminverschiebung und Genehmigungen, die beim Disponenten liegen statt beim Fahrer.

Helfen Sie sich mit einer einfachen Liste aller Genehmigungen mit Gültigkeit, Kennzeichen und Ansprechpartner, die die Logistikkoordination täglich gegen die Avisliste prüft. Grundlagen dazu erklärt die Seite Zufahrtsmanagement auf der Baustelle.

Baulogistik Nord übernimmt Torkontrolle und Abgleich der Einfahrten im Rahmen von Baustellensicherheit und Zugangskontrolle.

Fragen zum Begriff

Wie lange dauert eine Ausnahmegenehmigung für eine Fußgängerzone?

Das ist je nach Stadt sehr unterschiedlich. Rechnen Sie mit mehreren Tagen bis Wochen und beantragen Sie früh, besonders wenn ein Kran oder Schwertransport beteiligt ist.

Gilt eine Einfahrtsgenehmigung auch für Subunternehmer?

Nur wenn deren Fahrzeuge darin genannt sind. Behördliche Genehmigungen sind meist kennzeichengebunden, Berechtigungen auf der Baustelle sollten es ebenfalls sein.

Darf der Torposten ein Fahrzeug ohne Genehmigung abweisen?

Ja, wenn die Baustellenordnung das vorsieht. Der Torposten handelt im Auftrag des Hausrechtsinhabers und kann Fahrzeuge ohne Anmeldung auf eine Wartefläche verweisen oder abweisen.

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