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Torbuch / Zufahrtsprotokoll

Sie wissen danach, wozu ein Torbuch dient, was darin stehen sollte und worauf Sie bei Papier- und digitaler Führung achten.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Nutzen

Das Torbuch, auch Zufahrtsprotokoll genannt, ist die fortlaufende Dokumentation aller Fahrzeuge, die eine Baustelle befahren und verlassen. Geführt wird es vom Torposten oder Pförtner, früher als gebundenes Buch, heute häufig als Tabelle auf dem Tablet oder als Teil einer Software für Zeitfenstermanagement.

Der Nutzen reicht weit über die Sicherheit hinaus. Das Torbuch zeigt, wann welche Lieferung tatsächlich eingetroffen ist, wie lange Fahrzeuge auf der Baustelle waren und welche Firmen an welchem Tag vor Ort tätig waren. Bei Streit über Lieferverzug, Wartezeiten, Schäden an der Zufahrt oder bei Fragen der Behörden ist es oft die einzige neutrale Quelle.

Was ins Torbuch gehört

AngabeZweck
Datum und Uhrzeit von Ein- und AusfahrtNachweis von Ankunft, Standzeit und Lieferfenster
Kennzeichen und FahrzeugartZuordnung, Prüfung auf Durchfahrtshöhe und Gewicht
Firma und Auftraggeber auf der Baustellewelches Gewerk die Lieferung erwartet
Avis-Nummer oder LieferscheinbezugAbgleich mit dem gebuchten Zeitslot
Ladung in Stichwortenzum Beispiel Bewehrung, Fertigteile, Aushub, Leergut
Zielort auf der BaustelleAbladestelle, Kranfeld oder Lagerfläche
Besonderheitenabgewiesen, verspätet, beschädigt, Begleitfahrzeug

Personenbezogene Angaben wie Fahrernamen sollten nur erfasst werden, wenn sie wirklich gebraucht werden, etwa in Sicherheitsbereichen. Für das Torbuch gelten die Regeln des Datenschutzes, also Zweckbindung, sichere Aufbewahrung und Löschung nach festgelegter Frist.

Papier oder digital

Ein Papierbuch ist schnell eingeführt und funktioniert auch bei Stromausfall. Es ist aber schwer auszuwerten und bei Regen schnell unleserlich. Digitale Zufahrtsprotokolle verknüpfen Einfahrt, Lieferavis und Kennzeichen, zeigen Standzeiten automatisch und liefern Auswertungen für die Logistikplanung.

  • einheitliche Begriffe für Ladung und Gewerke vorgeben
  • jede Ausfahrt erfassen, nicht nur die Einfahrt
  • Abweisungen mit Grund festhalten, damit Lieferanten nachsteuern können
  • Einträge täglich prüfen und bei Lücken nachfragen
  • für Ausfälle der Technik eine Papiervorlage am Tor bereithalten

Ein Beispiel aus Schleswig-Holstein: Auf einer Gewerbebaustelle bei Neumünster stritten zwei Firmen über eine angeblich verspätete Fertigteillieferung. Das Zufahrtsprotokoll zeigte, dass der Lkw pünktlich im Zeitfenster eingefahren war, aber auf die Freigabe der Kranfläche warten musste. Damit war die Ursache klar. Wie die Dokumentation in die Torkontrolle eingebettet wird, zeigt der Ratgeber Torkontrolle auf der Baustelle. Baulogistik Nord führt Zufahrtsprotokolle im Rahmen der Zugangskontrolle digital.

Fragen zum Begriff

Ist ein Torbuch auf der Baustelle Pflicht?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Häufig fordern es aber Bauherr, Generalunternehmer oder Betreiber vertraglich, und auf größeren Baustellen ist es für die Steuerung der Logistik praktisch unverzichtbar.

Wie lange sollte ein Torbuch aufbewahrt werden?

Das sollte vorab festgelegt werden und sich am Zweck orientieren. Häufig wird es mindestens bis zur Abnahme und Klärung offener Forderungen aufbewahrt. Personenbezogene Daten sind danach zu löschen, soweit keine Pflicht zur Aufbewahrung besteht.

Was ist der Unterschied zum Bautagebuch?

Das Torbuch erfasst Fahrzeugbewegungen am Tor. Das Bautagebuch dokumentiert den gesamten Bauablauf mit Wetter, Personal, Leistungen und Besonderheiten. Auswertungen aus dem Torbuch können ins Bautagebuch einfließen.

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