Sie wissen danach, welches Leergut auf Baustellen anfällt, wie der Rücktransport organisiert wird und warum er in jeden Logistikvertrag gehört.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Leerguttransport bezeichnet den Rücktransport von leeren Ladungsträgern und Transporthilfen, die mit dem Material auf die Baustelle gekommen sind. Dazu gehören Europaletten und Einwegpaletten, Gitterboxen, Glas- und Fassadengestelle, Kabeltrommeln, Gasflaschen, leere Silos und Mehrwegbehälter für Kleinteile.
Leergut wirkt unscheinbar, bindet aber schnell Fläche. Ein einziges Fassadengestell belegt je nach Bauart mehrere Quadratmeter. Kommen Glasgestelle, Trommeln und Paletten verschiedener Lieferanten zusammen, ist eine Lagerfläche schnell voll, die eigentlich für neues Material gebraucht wird. Hinzu kommt: Viele Ladungsträger sind Eigentum des Lieferanten und werden berechnet, wenn sie nicht oder beschädigt zurückkommen.
| Art | Beispiele | Weg |
|---|---|---|
| Mehrweg-Leergut | Gestelle, Gitterboxen, Tauschpaletten, Trommeln | Rückgabe an Lieferanten, Rücklieferschein |
| Einwegpaletten | Nicht tauschfähige Holzpaletten | Abholung oder Entsorgung als Holz |
| Verpackung | Folie, Karton, Umreifung | Entsorgungsinsel, getrennt nach Fraktion |
| Druckbehälter | Gasflaschen, leere Kartuschen unter Druck | Gesondert lagern, Rückgabe an Händler |
Die saubere Trennung ist wichtig. Ein Fassadengestell im Holzcontainer ist ein teurer Fehler, eine Einwegpalette auf dem Rückgabestapel blockiert den Tausch. Verpackungen gehören auf die Entsorgungsinsel, nicht zum Leergut.
Die häufigsten Fehler sind fehlende Zuständigkeit und fehlende Belege. Bleibt Leergut liegen, stapeln sich Gestelle in Fluchtwegen oder auf Abladeflächen. Werden Rückgaben nicht quittiert, kommen Monate später Rechnungen für angeblich fehlende Ladungsträger. Auf Baustellen mit Fassadenmontage, etwa im Büro- und Hotelbau in Hamburg oder Berlin, ist das Gestellmanagement oft eine eigene Aufgabe im Materialfluss.
Praxisbeispiel aus Bremen: Auf einem Wohnbau mit vorgefertigten Elementen wurden leere Transportgestelle konsequent auf dem Lkw der nächsten Anlieferung zurückgegeben. Leerfahrten fielen weg, und die knappe Lagerfläche blieb für Material frei.
Im Rahmen der operativen Baulogistik übernimmt Baulogistik Nord auch den Leerguttransport mit Sammlung, Sortierung und Dokumentation der Rückgaben.
Ohne Regelung meist das Gewerk, dessen Material geliefert wurde. Bei zentraler Baustellenlogistik übernimmt häufig der Logistikdienstleister die Sammlung und Rückgabe. Die Zuständigkeit sollte im Vertrag oder im Baulogistikhandbuch festgelegt sein.
Viele Gestelle, Gitterboxen und Tauschpaletten bleiben Eigentum des Lieferanten. Ohne quittierte Rückgabe lässt sich später nicht belegen, dass sie zurückgegangen sind, und es drohen Nachforderungen.
Das hängt von den Gewerken ab. Bei Fassaden-, Glas- und Elektroarbeiten fällt viel sperriges Leergut an. Planen Sie deshalb im Baustelleneinrichtungsplan eine eigene, gut anfahrbare Leergutfläche ein.
Wir planen und betreiben die Logistik Ihrer Baustelle, bundesweit.