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Baustellenfunk

Sie wissen danach, welche Funklösungen auf Baustellen üblich sind, wer welchen Kanal nutzt und welche Regeln Missverständnisse beim Kranhub und am Tor vermeiden.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Was Baustellenfunk ist

Baustellenfunk ist die Sprechfunkverbindung zwischen den Beteiligten auf der Baustelle. Typische Teilnehmer sind der Torposten, der Kranführer, Anschläger und Einweiser, der Logistikkoordinator, die Bauleitung und bei Bedarf der Sanitätsdienst. Funk ist schneller als das Telefon, weil alle Teilnehmer eines Kanals gleichzeitig mithören, und er funktioniert auch dort, wo Mobilfunk im Rohbau schwach ist.

Besonders wichtig ist Funk beim Kranbetrieb. Kann der Kranführer die Last nicht direkt sehen, etwa beim Absetzen hinter einer Wand oder in einer Baugrube, ist er auf klare Anweisungen angewiesen. Dafür gibt es neben dem Funk die festgelegten Handzeichen nach ASR A1.3, die bei Sichtkontakt weiter gelten.

Funkarten im Vergleich

ArtMerkmaleEinsatz
PMR446Anmelde- und gebührenfrei, geringe Reichweite, offene KanäleKleine Baustellen, einfache Abstimmung
BetriebsfunkFrequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur, eigene KanäleGroßbaustellen, Kranbetrieb, viele Teilnehmer
Digitaler Funk (DMR)Bessere Sprachqualität, Gruppenruf, teils NotruftasteMehrere Gruppen, Alleinarbeit
Push-to-Talk über MobilfunkReichweite über das MobilfunknetzVerteilte Baufelder, Linienbaustellen

Bei offenen Kanälen hören auch andere mit, etwa Nachbarbaustellen in dichten Innenstadtlagen von Hamburg oder Berlin. Für den Kranbetrieb empfiehlt sich deshalb ein eigener, nicht geteilter Kanal. Funkgeräte von Behörden und Rettungsdiensten (BOS-Funk) sind für Baustellen nicht zugelassen.

Funkregeln und Kanalplan

  • Kanalplan im Baulogistikhandbuch: ein Kanal je Kran, ein Kanal für Tor und Logistik, ein Kanal für Bauleitung.
  • Rufname statt Personenname, zum Beispiel „Tor“, „Kran 1“, „Logistik“.
  • Kurz sprechen, erst denken, dann drücken. Anweisungen werden vom Empfänger wiederholt.
  • Bei Funkausfall sofort Halt: Der Kranführer stoppt die Bewegung, bis die Verbindung steht oder Sichtkontakt besteht.
  • Geräte vor Schichtbeginn prüfen, Akkus laden, Ersatzgeräte bereithalten.
  • Sprache festlegen: Auf internationalen Baustellen muss klar sein, in welcher Sprache gefunkt wird.

Am Tor verbindet der Funk den Posten mit Abladestelle und Kran. Meldet das Tor eine Anlieferung, weiß der Kran, dass in wenigen Minuten ein Hub ansteht. So greift der Kranbelegungsplan in den Ablauf an der Torkontrolle ein. Ein typischer Fehler: Alle Teilnehmer sind auf einem Kanal, und während einer Betonage überlagern sich Torfunk und Kranfunk.

Baulogistik Nord stimmt bei Einsätzen am Tor und in der operativen Logistik die Funkorganisation mit Bauleitung und Kranbetrieb ab.

Fragen zum Begriff

Braucht man für Baustellenfunk eine Genehmigung?

Für PMR446-Geräte nicht, sie sind anmelde- und gebührenfrei. Für Betriebsfunk mit eigenen Frequenzen ist eine Frequenzzuteilung der Bundesnetzagentur nötig, die häufig über den Funkanbieter oder Vermieter läuft.

Ersetzt Funk die Handzeichen beim Kranbetrieb?

Nein. Funk und Handzeichen ergänzen sich. Bei Sichtkontakt sind die Handzeichen gebräuchlich, ohne Sicht ist Funk nötig. Wer einweist, muss beide Verfahren beherrschen und vorher mit dem Kranführer abstimmen.

Was passiert bei Funkausfall während eines Hubs?

Die Bewegung wird gestoppt, die Last bleibt in sicherer Position. Erst wenn die Verbindung wieder steht oder Sichtkontakt mit Handzeichen möglich ist, geht es weiter. Das sollte vorher in der Unterweisung festgelegt sein.

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