Sie erfahren, wann die Wanderung beginnt, wie ein Amphibienschutzzaun auf der Baustelle aufgebaut und betreut wird und wie Sie ihn mit Zufahrten, Lagerflächen und Bauablauf vereinbaren.
Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026
Erdkröte, Grasfrosch, Teich- und Bergmolch verbringen den Winter an Land, oft in Wäldern, Gehölzen und Böschungen. Sobald die Nächte mild und feucht werden, machen sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Je nach Region und Witterung beginnt das häufig im Februar oder März und zieht sich bis in den April. Ein fester Kalendertag lässt sich dafür nicht nennen.
Liegt eine Baustelle zwischen Winterquartier und Gewässer, wandern die Tiere mitten hinein. In offene Baugruben, Kabelgräben und Schächte fallen sie, auf Baustraßen werden sie überfahren. Das ist nicht nur ein Naturschutzproblem. Viele Amphibienarten sind besonders geschützt, und das Tötungsverbot des § 44 BNatSchG gilt auch auf der Baustelle. Mehr Hintergrund bietet unser Fachbeitrag zum Amphibienschutz auf der Baustelle.
Der häufigste Fehler ist ein Zaun, der zu spät kommt. Wird er erst gestellt, wenn die ersten Tiere auf der Baustraße liegen, ist ein Teil der Population bereits im Baufeld. Ein Amphibienschutzzaun sollte deshalb stehen, bevor die Wanderung einsetzt, also oft schon im Februar. In Absprache mit der ökologischen Baubegleitung wird festgelegt, ob der Zaun die Tiere vom Baufeld fernhalten soll oder ob sie gezielt abgefangen und umgesetzt werden.
Bei größeren Vorhaben stehen Zeitpunkt, Lage und Betreuung des Zauns meist bereits in den Auflagen der Genehmigung oder im landschaftspflegerischen Begleitplan. Bei kleineren Baustellen fehlt diese Vorgabe manchmal. Ein Hinweis von Anwohnern oder der Naturschutzbehörde kommt dann im ungünstigsten Moment.
Ein Schutzzaun ist kein Bauzaun mit Folie. Damit er wirkt, kommt es auf Details an, die im Alltag schnell verloren gehen.
| Element | Worauf es ankommt | Typischer Mangel |
|---|---|---|
| Zaunmaterial | Glatte, nicht überkletterbare Folie oder Platten | Durchhängende Folie, die als Leiter dient |
| Bodenanschluss | Unterkante eingegraben oder dicht angeschlossen | Spalten, unter denen Tiere durchkriechen |
| Enden und Ecken | Zaunenden nach außen abgewinkelt | Tiere laufen am Ende einfach um den Zaun herum |
| Fangeimer | Bodengleich eingesetzt, mit Ausstiegshilfe für Kleintiere | Eimer stehen über, füllen sich mit Wasser |
| Kontrolle | Regelmäßig, bei Wanderwetter mindestens morgens | Eimer werden über das Wochenende nicht geleert |
| Tore und Zufahrten | Lücken mit Schwellen, Rinnen oder Torlösungen schließen | Zaun endet an der Baustraße offen |
Die tägliche Kontrolle der Fangeimer ist der personalintensivste Teil. Sie muss auch an Wochenenden und Feiertagen gesichert sein, denn gefangene Tiere überstehen nicht beliebig lange im Eimer. Wer die Kontrolle übernimmt, sollte vorher eingewiesen sein und die Arten sicher unterscheiden können. Funde werden mit Datum, Art und Anzahl erfasst.
Ein Schutzzaun beansprucht Fläche und schneidet Wege ab. Deshalb gehört er in den Baustelleneinrichtungsplan, nicht nachträglich daneben. Folgende Punkte sollten Sie vor dem Aufbau mit Bauleitung und ökologischer Baubegleitung abstimmen.
Hilfreich ist eine Einweisung aller Gewerke. Baggerfahrer und Lkw-Fahrer sollten wissen, dass Zaunabschnitte nicht versetzt werden dürfen und Tore nachts geschlossen bleiben. Hinweise dazu passen in jede Einweisung neuer Firmen.
Mit der Laichzeit ist das Thema nicht erledigt. Erwachsene Tiere wandern nach dem Laichen zurück, und im Frühsommer verlassen die Jungtiere das Gewässer, oft in großer Zahl und sehr klein. Ob und wie lange der Zaun stehen bleibt, legt die ökologische Baubegleitung anhand der Auflagen und der Beobachtungen fest. Wer den Zaun zu früh abbaut, verlagert das Problem nur in den Sommer.
Die Dokumentation aller Kontrollen ist am Ende ein wichtiger Nachweis gegenüber Behörde und Bauherr. Digitale Kontrollberichte mit Datum, Uhrzeit und Fotos machen die Arbeit nachvollziehbar. Staffsec unterstützt Baustellen mit ökologischer Baubegleitung und Umweltkontrollen und übernimmt bei Bedarf auch die regelmäßige Betreuung von Schutzzäunen.
Bevor die Wanderung beginnt, also je nach Region und Witterung häufig schon im Februar. Der genaue Zeitpunkt sollte mit der ökologischen Baubegleitung oder nach den Auflagen der Genehmigung festgelegt werden. Ein Zaun, der erst nach den ersten Funden steht, kommt meist zu spät.
Während der Wanderung regelmäßig, bei passendem Wetter in der Regel mindestens einmal täglich am frühen Morgen. Die Kontrolle muss auch an Wochenenden und Feiertagen sichergestellt sein. Häufigkeit und Ablauf ergeben sich im Einzelfall aus den Auflagen.
Das Umsetzen geschützter Arten ist nicht ohne Weiteres erlaubt. Es sollte nach den Vorgaben der Genehmigung, der Naturschutzbehörde und durch eingewiesene Personen erfolgen. Im Zweifel die ökologische Baubegleitung hinzuziehen.
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