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Taschenkontrolle

Sie wissen danach, wozu Taschenkontrollen dienen, worauf sie sich stützen, was das Sicherheitspersonal darf und was nicht.

Von Manuel Rutsch · Stand: 9. Oktober 2026

Begriff und Zweck

Bei einer Taschenkontrolle werden mitgeführte Behältnisse wie Taschen, Rucksäcke, Werkzeugkisten oder Kühlboxen beim Betreten oder Verlassen der Baustelle in Augenschein genommen. Sie dient vor allem zwei Zwecken: Diebstahl von Material und Werkzeug vorbeugen und verhindern, dass verbotene Gegenstände wie Alkohol oder gefährliche Stoffe auf die Baustelle gelangen.

Auf Baustellen mit hochwertigem Material, etwa Kupferkabel, Armaturen oder Elektronik im Ausbau, sowie in Sicherheitsbereichen wie Flughäfen oder Industrieanlagen gehört sie oft zur Zugangsregelung. Häufig wird sie mit der Fahrzeugkontrolle kombiniert.

Rechtliche Grenzen

Sicherheitspersonal handelt nicht hoheitlich, sondern im Auftrag des Hausrechtsinhabers. Daraus folgt der wichtigste Grundsatz: Eine Taschenkontrolle setzt die Zustimmung der betroffenen Person voraus. Niemand darf gegen seinen Willen durchsucht werden. Wer die Kontrolle ablehnt, kann aber auf Grundlage des Hausrechts vom Zutritt ausgeschlossen werden, wenn die Kontrolle Bedingung für den Zutritt ist.

Bei Verlassen der Baustelle gilt dasselbe. Ein Festhalten ist nur in engen Grenzen zulässig, etwa beim Jedermann-Festnahmerecht nach § 127 StPO, wenn jemand auf frischer Tat betroffen ist. Für eigene Beschäftigte eines Unternehmens ist bei der Einführung von Kontrollen der Betriebsrat zu beteiligen, und personenbezogene Daten dürfen nur im erforderlichen Umfang erfasst werden.

  • Kontrolle nur nach vorher bekannten Regeln, zum Beispiel in der Baustellenordnung und per Aushang
  • Inhalt zeigen lassen statt selbst hineinzugreifen
  • keine Leibesvisitation, kein Abtasten durch das Sicherheitspersonal
  • einheitlich kontrollieren, etwa alle oder nach festem Zufallsprinzip, nicht nach Herkunft oder Aussehen
  • Funde und Weigerungen sachlich dokumentieren und der Bauleitung melden

Praxis am Tor

Am besten funktioniert die Taschenkontrolle, wenn sie Alltag und nicht Anlass ist. Auf einer Ausbaubaustelle in Berlin etwa wird jede zehnte Person beim Verlassen kurz gebeten, Tasche und Werkzeugkiste zu öffnen. Weil alle wissen, dass das so geregelt ist, nimmt es niemand persönlich, und der Abfluss von Material geht spürbar zurück.

Wichtig sind ein geschützter Platz neben dem Durchgang, damit kein Stau entsteht, und Personal, das freundlich, mehrsprachig und bestimmt auftritt. Für Werkzeug, das Firmen regelmäßig mitnehmen, hilft eine Liste oder Kennzeichnung, damit nicht jeder Akkuschrauber diskutiert wird. Mehr zum Vorgehen beschreibt der Ratgeber Taschen- und Fahrzeugkontrolle, die Hintergründe zum Materialverlust der Beitrag Kupfer, Kabel, Werkzeug.

Fragen zum Begriff

Darf der Sicherheitsdienst meine Tasche durchsuchen?

Nur mit Ihrer Zustimmung. Lehnen Sie ab, kann Ihnen der Zutritt verweigert werden, wenn die Kontrolle Bedingung für das Betreten ist. Eine Durchsuchung gegen den Willen ist dem Sicherheitsdienst nicht erlaubt.

Was passiert, wenn bei der Kontrolle Baustellenmaterial gefunden wird?

Das Personal dokumentiert den Fund und informiert die Bauleitung. Bei einem klaren Verdacht auf eine Straftat kann die Polizei gerufen werden. Ein Festhalten ist nur in engen gesetzlichen Grenzen zulässig.

Wer darf Taschenkontrollen durchführen?

Gewerbliche Bewachung setzt eine Erlaubnis nach § 34a GewO voraus, das eingesetzte Personal braucht die vorgeschriebene Qualifikation. Baulogistik Nord setzt dafür Sicherheitspersonal der Staffsec Solution GmbH ein.

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